Massengrab Mittelmeer: Protest in Bochum, Schweigeminuten an Schulen
Widerstand gegen Flüchtlingspolitik nimmt zu

Aufmucken gegen die Festung Europa: Im Rahmen einer bundesweiten Protestaktion inszenierten AktivistInnen auch in der Bochumer Innenstadt ein „Feld von Leichensäcken“, um auf die tausende von Opfern der europäischen Flüchtlingspolitik hinzuweisen. Die Initiative Refugee Schul- und Uni­streik ruft dagegen zu bundesweiten Schweigeminuten an Bildungseinrichtungen auf.

1.700 Menschen sind an den Grenzen der Festung Europa in diesem Jahr schon gestorben. Darauf wies das Bündnis Gemeinsam für Afrika unter anderem mit einer Protestaktion hin, bei der auf dem Dr. Ruer-Platz ein „Feld von Leichensäcken“  inszeniert wurde. Zudem fordert das Bündnis in der Petition #JedesLebenzählt an Bundeskanzlerin Merkel eine „europäische Seenotmission, die nicht vorrangig dem Grenzschutz, sondern der Lebensrettung dient, und die Schaffung legaler und gefahrenfreier Wege in die EU“, so Daniela Reichel vom Bündnis.

Der Opfer gedenken – auch an Schulen und Unis

Viel weiter geht da die Initiative Refugee Schul- und Unistreik: „Wir möchten die große Flüchtlingskatastrophe von der Nacht des 18. auf den 19. April zum Anlass nehmen, einmal monatlich den Opfern der EU-Außen- und Asylpolitik zu gedenken“, heißt es in ihrer Stellungnahme. So werden SchülerInnen und Studierende aufgerufen, sich am 19. jeden Monats an bundesweiten Schweigeminuten zu beteiligen. Die Initiative kritisiert zudem die brutale Abschottungspolitik und systematische Gewalt gegen Flüchtlinge: „Die Mauern der Festung Europa werden immer unüberwindbarer und kosten immer mehr Menschen das Leben. Dieses Programm zielt lediglich darauf ab, die Symptome zu bekämpfen, statt der Ursachen. Das Abhalten der Flüchtenden davon, sich aufs Mittelmeer zu wagen, ändert nichts an den Gründen für ihre Flucht und kann ihnen auch keine Perspektive bieten.“

:Benjamin Trilling