So kompliziert ist ein Studium in England
Welcome to London
Foto: kac
Der Elisabeth-Turm: Wird der Big Ben Lauras neuer Wecker sein? Foto: kac
Der Elisabeth-Turm: Wird der Big Ben Lauras neuer Wecker sein?

Nur ein Austauschjahr oder am besten gleich vor Ort bleiben? Wir haben die ehemalige RUB-Studentin Laura gefragt, die nächstes Jahr in London studieren will. Dabei kommen einige Schwierigkeiten auf sie zu. 

„Ich möchte in London studieren, weil es Kreatives Schreiben nur an zwei Unis in Deutschland gibt und diese nicht die Kurse anbieten, die ich gerne machen würde“, erzählt Laura, die ihr Studium in Bochum zugunsten ihres Traumstudiengangs in England abgebrochen hat. 

Die Studiengebühren sind mit 9.000 Pfund pro Jahr sehr hoch, daher braucht sie einen Kredit. Am besten sei der der britischen Regierung, weil er einkommensabhängig zurückgezahlt wird. Ansonsten muss man sich auch über die Wohnverhältnisse informieren. Mieten in Studierendenwohnheimen in London werden in drei Instanzen bezahlt und nicht wie bei uns monatlich.

Finanzierung

„London ist sehr teuer, darauf muss man sich einstellen“, fährt Laura fort. Man sollte sich auf jeden Fall für Stipendien bewerben. „Dadurch, dass ich in Deutschland schon studiert hatte, sollte ich den britischen Kredit doch nicht bekommen.“ Die 28-jährige hat jedoch die Chance, „Compelling Personal Reason“ anzugeben, also zu erklären, warum sie ihr Studium hier nicht beendet hatte. Sie hätte somit die Möglichkeit, einen Ein-Jahres-Kredit zu erhalten. „Ich musste mehrere Briefe schreiben und Gründe belegen lassen.“ Das kann zum Beispiel ein Arzt tun oder einE ProfessorIn oder auch einE PfarrerIn. „Ich konnte zum Glück alles belegen und habe dann den Kredit zugesprochen bekommen. Leider zu spät für dieses Jahr, aber dann halt für nächstes.“ 

Deutsches Auslandsbafög bekommt Laura nicht mehr, da sie nach dem vierten Semester einen Studiengang abgebrochen hatte. Obwohl sie noch nie Bafög bekam, falle sie so komplett raus und sei nicht mehr bafögberechtigt. 

Lauras Tipps

1.„So früh wie möglich direkt bei der Uni oder über UCAS (Universities and Colleges Admissions Service – Anm. d. Red.) bewerben.“ 

2. „Auch wenn Ihr den Platz an der Uni noch nicht habt, bewerbt Euch schon mal für den Kredit der britischen Regierung und für Bafög.“

3. „Zeugnisse und Empfehlungsschreiben übersetzen lassen. Zeugnisse müssen zertifiziert sein, das ist leider teuer. Bei den anderen Sachen reichen unzertifizierte Übersetzungen.“ 

4. „Rechtzeitig um ein Zimmer im Studentenwohnheim bewerben und schon mal Geld dafür sparen.“ 

5. „Dran bleiben, nicht aufgeben.“    

:Katharina Cygan