Frauen können auch MINT
Was macht eigentlich... Equal ETIT/ITS?
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Das ID-Gebäude ist nicht nur die Heimat vieler männlichen Studenten: Hier studieren auch Frauen. Bild: bena
Das ID-Gebäude ist nicht nur die Heimat vieler männlichen Studenten: Hier studieren auch Frauen.

GLEICHSTELLUNG. Frauen sind in Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Informatik (MINT-Fächern) immer noch unterrepräsentiert, Equal ETIT zeigt, wie es geht und wie Frauen gefördert werden können.

Am 26. Oktober 1979 schrieb Sandra Grätz Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum. Sie war die erste Frau, die an der Fakultät für Elektrotechnik ihre Diplomprüfung bestand. Grätz ebnete den Weg für viele junge Frauen, die nach ihr kamen und einen Weg in der Elektro- und Informationstechnik (ETIT)  an der Universität anstreben.
Hierbei bekommen Studentinnen zusätzlich Unterstützung von der dezentralen Gleichstellungsbeauftragten der Fakultät. „Wir haben aktuell einen Frauenanteil von rund 13 Prozent, dies kann für einige Studentinnen eine große Umstellung sein. Hinzu kommt die Umstellung von der Schule auf die Universität, das kann zusätzlich zu anfänglichen Schwierigkeiten führen“, so Arisa Bodnar Studierendenvertreterin der ETIT. Mit Equal ETIT fördern und stärken sie Frauen an der Fakultät und versuchen mit diesem Prozess Gleichstellungsarbeit zu leisten. Aus diesem Grund haben sie ein Mentoring-Netzwerk ins Leben gerufen, bei dem Studentinnen die Möglichkeit haben, sich untereinander austauschen zu können. Hierbei handelt es sich nicht nur um die gezielte fachliche Förderung, sondern auch um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das Hauptziel ist, „dass sich alle an unserer Fakultät wohlfühlen können“ sagt Bodnar. Im letzten Jahr konnte die Fakultät den Lore-Agnes-Preis für ihre Gleichstellungsoffensive „Wir machen uns stark“ gewinnen. Bodnar erklärt: „In diesem Projekt geht es darum, Frauen in unserer Fakultät zu stützen. Wir bieten hier zusätzlich zu unserem Mentoring-Netzwerk Workshops, wie zum Thema ‚Körpersprache und Auftritt‘ an. Dort bekommen Studentinnen die Möglichkeit, sich auch für die Arbeitswelt weiterzubilden.“ Die Jury empfand die Arbeit sowie das Gleichstellungskonzept und das Engagement der dezentralen Gleichstellungsbeauftragten als „vorbildlich“ und übergab im Rahmen der akademischen Jahresfeier im November letzen Jahres den Preis an die Fakultät ETIT. Das Team von Equal ETIT arbeitet aber auch in diesem Jahr weiter an dem Thema Gleichstellung, so stehe zum Semesterstart ein Kick-Off-Frühstück an. Dort können die Studentinnen sich nicht nur austauschen, vielmehr bekommen sie Informationen bezüglich anstehenden Workshops oder Aktivitäten, die geplant sind. „Wir gehen zum Beispiel zusammen Eislaufen oder Bowling spielen. Zum aktuellen Sommersemester werden wir auch wieder gemeinsam zum Sommerfest gehen,“ so Bodnar. Abschließend möchte Arisa klarstellen, dass das Geschlecht keine Abschreckung sein soll, wenn es um die Wahl des Studienfachs gehe und deswegen arbeiten sie an weiteren Projekten, damit sich mehr Schülerinnen für diese Studienfächer interessieren könnten. „Allein die ‚böse Mathematik‘ sollte Schülerinnen abschrecken ein MINT-Fach zu studieren und nicht die Quote der Männer.“, schmunzelt sie.

:Abena Appiah