Gremien
Was macht eigentlich der Senat?
RUB, Marquard
Prof. Jörg Bogumil: Dank guter Zusammenarbeit.

Interview. Jährlich wählen Studierende die Vertreter:innen der studentischen Statusgruppe im Senat der RUB. Doch was macht der Senat eigentlich und wie sieht die Arbeit eines der wichtigsten Organe der Universität aus? Seit 2017 ist Prof. Jörg Bogumil Leiter des Senats der Ruhr-Universität, davor war er bereits sechs Jahre Mitglied des Gremiums. Nun trat er jüngst seine zweite Amtszeit an. Darüber, wie die Zusammenarbeit zwischen den Statusgruppen klappt und welche Aufgaben im kommenden Jahr anstehen, haben wir mit ihm gesprochen. 

:bsz: Was hat Sie dazu bewogen, erneut die Senatsleitung anzutreten und was finden Sie so wichtig an der Arbeit des Senats?

Prof. Bogumil: Der Senat ist das Parlament der Ruhr-Universität. Die Universitäten haben eine starke Form der Selbstverwaltung. Das heißt, sie erlassen selbst ihre Satzungen und dafür ist der Senat zuständig, wo sich gewählte Mitglieder aller universitären Statusgruppen zusammenfinden. In dieser Amtsperiode steht beispielsweise die Wahl eines neuen Rektors oder einer neuen Rektorin an, aber der Senat ist auch für viele andere wichtige Sachen zuständig. In der Tat hatte ich überlegt, ob ich es nochmal machen soll. Aber ich bin dann von ein paar Leuten gebeten worden, es weiter zu machen, weil ich jetzt schon über eine gewisse Erfahrung verfüge. Aber es macht mir auch Spaß, im Senat zu sein. Da musste man mich gar nicht stark überreden. Das hängt auch damit zusammen, dass die Arbeit sehr positiv war, denn es gab eine gute Zusammenarbeit zwischen allen Gruppen. 

 

Ich nehme an, dass es dennoch häufiger Meinungs- und Interessensunterschiede zwischen den unterschiedlichen Statusgruppen gibt. Wie befinden Sie die Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Gruppen?

Die läuft gut. Das liegt vielleicht auch daran, dass wir mittlerweile viel Vertrauen haben und es sind in den ganzen sechs, sieben Jahren auch einige schwierige Entscheidungen im Senat gewesen. Und auch bei vor allem grundsätzlichen Entscheidungen liefen die Konfliktlinien nicht zwischen den Statusgruppen. Wenn wir Unterschiede hatten, war es keine Sache zwischen Professoren, Wissenschaftlern oder Studenten, sondern diese liefen quer dazu. Das zeigt eher, dass das, was man eigentlich denkt – da sind die Professoren immer gegen die Studenten – zumindest bei uns nicht der Fall war. Klar, gibt es mal unterschiedliche Interessen. Aber wir versuchen natürlich miteinander zu kommunizieren, wenn wir uns nicht immer einig sind und bis jetzt haben wir das immer fair hingekriegt. Ich glaube, das hat viel damit zu tun, dass man versucht zuzuhören, auch im Vorfeld bei den Vorgesprächen und wir bemühen uns auch, obwohl die Professoren die Mehrheit haben, die Interessen der anderen angemessen zu berücksichtigen, weil so eine Gesamtorganisation kann man glaube ich nur führen oder besser gestalten, wenn man den Leuten zuhört. 

 

Sie haben es bereits erwähnt, bereits im kommenden Jahr steht ebenfalls die Wahl eines neuen Rektors oder einer neuen Rektorin an. In der vergangenen Senatssitzung haben Sie bereits eine Findungskommission benannt. Wie geht es nun weiter? 

Zunächst muss man erstmal wissen, wer wählt den Rektor oder die Rektorin? Und zwar ist das eine gemischte Wahl. Die eine Hälfte der Stimmen, kann man sagen, hat der Hochschulrat, die andere hat der Senat. Der besondere Trick dabei ist, in beiden Hälften braucht man eine Mehrheit für einen neuen Rektor. Das heißt, sowohl der Senat als auch der Hochschulrat könnten mit einer Mehrheit dagegen stimmen und das verhindern. Beziehungsweise, um das positiv zu formulieren, die Körper müssen sich einigen. Deswegen hat man eine Konstruktion geschaffen, dass man erst eine gemeinsame Findungskommission macht. Die besteht zur Hälfte aus Senatsmitgliedern, zur Hälfte aus Hochschulratsmitgliedern. Dann gibt es eine Ausschreibung und sie schauen sich die Kandidaten an. Sie machen dann in der Hochschulwahlversammlung, eine gemeinsame Versammlung von Senat und Hochschulrat, einen oder mehrere Vorschläge und dann wird darüber abgestimmt, wenn die Kandidaten sich vorstellen. Das wird wahrscheinlich nächstes Jahr im April oder Mai sein und dann müssen wir gucken, wer eine Mehrheit hat. Bei der letzten Rektoratswahl sind wir bis zum dritten Wahlgang gegangen. Da hatten wir zwei Kandidaten und bei den ersten beiden Wahlgängen gab es keine klare Mehrheit, denn es gab jeweils eine Mehrheit im Senat, aber der Hochschulrat hat sich für einen anderen Kandidaten entschieden. Im dritten Wahlgang hat sich dann ein Kandidat durchgesetzt.  
Das ist das Verfahren. Ansonsten muss man nun gucken, wer bewirbt sich? Wir hatten bisher immer Rektoren und Rektorinnen, die aus der Uni gekommen sind. Es besteht natürlich auch die Möglichkeit, dass es einen externen Kandidaten gibt. Das ist völlig offen, da die Stelle bundesweit ausgeschrieben wird.

          :Stefan Moll

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