„Avengers – Split up into various groups and make your own Streaming-Shows.“ Also Ca$h.
WandaVision – Love letter to TV?
Bild: fufu
Superheld:innen in Retro-Sitcom?

Streaming. Wieder was zum streamen! Dat is wie Kino. Allet Marvel und Disney. Superheld:innen. Klar, cool. Schwarz-Weiß Sitcom. Jaja. Moment?! 

Wir berichten zur Zeit viel zu viel vom Streaming. Aber was soll man machen, Ihr kennt ja die Lage da draußen. Wir hocken zuhause und sehnen uns nach Abwechslung. Und die kommt gerade in hohen Dosen vom Bildschirm. Doch keine Angst … das Pokémon-Jubiläum samt tollen Feierlichkeiten (vermutlich am Bildschirm) kommt ja auch noch. Keine Sorge, wir werden berichten. Habe gehört, Katy Perry macht irgend einen Scheiß. Das wird bescheuert. Electric! 

Berichten wir daher lieber einmal von der anderen Maskottchenmaus (die Rede ist von Pikachu und Micky Mouse, nicht von Katy Perry). Denn in ihrem verrückten Haus wird es bald richtig voll. „Star“, könnte zwar der neue Duft von Katy Perry sein, ist aber in Wirklichkeit das neue Genre beziehungsweise die Streaming-Unterkategorie für Erwachsene bei Disney+. Und sehr kann man sich hier unter anderem über die Sendungen „Atlanta“ (Donald Glover, Hiro Murai) und zum tausendsten Mal, aber trotzdem immer wieder, „Scrubs – Die Anfänger“ freuen. Doch auch über Titel wie „24“, „Grand Budapest Hotel“, „Lost“, „Family Guy“, „Borat“ oder „Deadpool“, werden sich vermutlich viele Streamer:innen beglücken. Bis dahin wollte uns Disney+ aber schon mal über die Runden bringen. Und nach der bereits zweiten Staffel der ersten Star Wars-Original-Disney+-Serie „The Mandalorian“, lief nun das erste Marvel-Serien-Pendant an.  

„WandaVision“ ist der Titel der ersten offiziellen MCU-Serie unter Disney. In den Hauptrollen sind die bekannten Avengers-Held:innen Wanda Maximoff (Elizabeth Olsen) und Vision (Paul Bettany). Sie befinden sich jedoch nicht in einer Mission oder im Kampf um das Schicksal der Welt, sondern im Alltag. In stereotypischen Sitcom-Szenarien, mit teilweise surrealer Comedy (verstärkt durch den ein oder anderen fehlplatzierten Publikumslacher), hüpfen sie durch das amerikanische Fernsehen der vergangenen Jahrzehnte, von Schwarz-Weiß zu Farbfernseher, 4:3 zu Cinemascope und durch alternative Realitäten. Eine Serie, die vorgibt, etwas zu sein was sie nicht ist? 

Bisher sind vier Folgen der Serie erschienen und bis hier hin ist WandaVision eine Mystery-Serie in augenscheinlichem Sitcom-Gewand. Dabei bieten die ersten vier Folgen einen gelungenen Mix aus beiden Genres, und pinseln das nicht einfach nur in Superheld:innen-Serie ein, sondern nutzen die Superkräfte und Skurrilitäten der Protagonist:innen gekonnt aus, um eine originelle Serie zu kreieren. Ohne dabei einfach die klaren Avengers-Fan-Favorit:innen zu wählen. Es wird zu Beginn nicht mal mit Action geprotzt, was den ein oder anderen Marvel-Fan zunächst irritieren oder langweilen könnte, doch subtil macht die Serie immer wieder Spielerein die auf mehr hindeuten. Die Witze sind dabei überspitzt, aber sitzen auch häufig und werden unterstützt durch Schauspieler:innen mit Comedy-Erfahrung wie Debra Jo Rupp (Die wilden Siebziger) und Kathryn Hahn (Parks & Recreation). 

Die vierte Folge macht dann klar, was die ersten drei Folgen vermuten ließen. Mit einem deutlichen Stimmungswechsel der schon durch den Episodennamen „We Interrupt This Program“ gekennzeichnet wird, kippt die Serie in einen marveltypischeren Ton. Es ist ziemlich meta, leider etwas zu früh und etwas zu deutlich, macht aber trotzdem Lust auf mehr. Überraschenderweise spielt Marvel/Disney diese Serie nicht wie eine sichere Nummer, sondern macht etwas kreatives und mutiges. Eine Serie für Sitcom- und Fernseh-Liebhaber:innen.                   

  :Christian Feras Kaddoura