Studierende auf der Ruhrtriennale
Von den Seminarräumen auf den Festivalcampus
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Zusammen mit den Leiter*innen Philipp Schulte und Carla Gesthuisen: Die Studierenden des Festivalcampus.  Bild: stem
Zusammen mit den Leiter*innen Philipp Schulte und Carla Gesthuisen: Die Studierenden des Festivalcampus.

Ruhrtriennale. Beim Internationalen Festivalcampus brachte das Kunstfestival Studierende aus Europa nach Bochum, um zusammen über Kunst zu reden – und diese selbst zu gestalten.

Die Ruhrtriennale versteht sich seit jeher als ein internationales Festival. Nicht nur viele der Künstler*innen, die im Zuge der vielen Performances und Vorstellungen jedes Jahr eingeladen werden, kommen aus der ganzen Welt, auch Studierende treibt es für das rund zweimonatige Festival in das Ruhrgebiet. So zum Beispiel im Zuge des Internationalen Festivalcampus, bei dem in drei Blocks je rund 70 Studierende aus Europa anreisten, um die Ruhrtriennale zu erleben und gemeinsam in den akademischen und künstlerischen Austausch zu treten. Unter anderem nahmen Studierende der Norwegian Theatre Academy aus Fredrikstad teil, Kompositionsstudierende aus Birmingham oder Dramaturgiestudierende aus Frankfurt am Main. Auch Studierende der Theaterwissenschaft und Szenischen Forschung der RUB waren da.

Interdisziplinärer Austausch

Während des viertägigen Festivalcampus sahen sich die Studierenden gemeinsam das Programm des Kunstfestivals an und nahmen an Workshops und Seminaren teil. Diese hatten sowohl theoretische als auch praktische Einschläge. So konnten Teilnehmer*innen aus künstlerischen Studiengängen, die eher theoretisch angelegt sind, praktische Erfahrungen machen und umgekehrt. Die Studierenden nahmen dieses Angebot an und waren froh über das Seminarangebot, durch welches sie mit Ansätzen aus anderen Studiengängen in Kontakt kamen. So erlebten sie einen interdisziplinären Austausch: „Oft haben unterschiedliche Schulen auch unterschiedliche Betrachtungspunkte,“ bestätigte beispielsweise eine Studentin aus München.
Dieser Austausch sei zentraler Bestandteil des Campus, betont Dr. Philipp Schulte, der den Festivalcampus leitete: „Was können Hochschulen nicht leisten, aber was können große Festivals wie die Ruhrtriennale bieten?“ So habe die Ruhrtriennale als eines der größten Kunst- und Theaterfestivals wesentlich mehr Möglichkeiten, Studierende in einem großen Umfang zusammenzuführen.

Die Festivals von morgen

Doch auch die kritische Reflexion des Festivals war ein wichtiger Bestandteil der gemeinsamen Tage. Nicht nur diskutierten die Teilnehmer*innen über die Inszenierungen, die sie sahen, sondern auch kritisch über die Ruhrtriennale selbst. Dabei gab es beispielsweise Diskussionen zu Themen wie Rassismus und der Repräsentation. Denn obwohl die Ruhrtriennale unter der Intendanz Stefanie Carps einen entschieden politischen und repräsentativen Ansatz verfolgt, ging dieser einigen Studierenden nicht weit genug.
Dies führte teils zu hitzigen Debatten, welche durch den geschützten Raum des Festivalcampus jedoch stets erwünscht waren und damit zu Erkenntnissen und interessanten Perspektiven führten. Es ging darum, „den Studierenden ein System vorzustellen“, so Schulte. Nicht darum, sie einem System unterzuordnen. Mit den Einblicken, die sie bei der Ruhrtriennale sammeln konnten, können die angehenden Kulturschaffenden somit Ansatzpunkte finden, wie sie ein Festival nach ihren Vorstellungen ausrichten, sobald sie in wenigen Jahren selbst über die Programme bestimmen.   

            :Stefan Moll

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