Kommentar: Datenschmutz: NSA, Sony, jetzt auch die Uni-Mailadressen
Vom Big Brother bis zur RUB

Datenmissbrauch und -schutz sind wieder einmal in aller Munde. Während sich der NSA Skandal, der Datenklau und Serverangriff gegen Sony-Pictures in der internationalen Sphäre abspielte, erreichte uns RUB-Studierende diese Problematik nun im Mikrokosmos der Uni. RUB Knallhart, eine Gruppe von unbekannten politischen Aktivisten à la Anonymous, nutzten RUB-E-Mail Adressen im Laufe der StuPa-Wahl, um Druck auf die Listen auszuüben. Dramatisch daran ist, dass sich kriminelle Potentiale eröffnen und dass die diplomatischen Beziehungen darunter leiden. Ob es nun die Hochschulpolitik oder die Beziehungen zwischen den USA und Nordkorea sind, bei beiden reduziert sich dadurch sowohl das Vertrauen als auch der Handlungsspielraum.

Im Fall Nordkorea realisierte sich das in Sanktionen und bei uns in Gestalt der Eingrenzung von Nutzungsrechten, aber auch von wichtigen Freundlichkeiten in der Hochschulpolitik. Solche hätten im vorhinein eine Basis bieten können, welche die Diffamierung von Personen hätte vermeiden können. Im Wahlkampf war die Stimmung vor und nach den Veröffentlichungen stark angespannt. Folglich sollte nun das Vertrauen von allen Seiten wieder aufgebaut werden, um effizientere Hochschulpolitik zu ermöglichen. Zudem zeigt sich: Datenschutz ist kein Thema, dass so weit von uns entfernt ist wie Pjöngjang.

Datenkrake RUB-App

Einen weitestgehend unbekannten Fall von heiklen Datenschutzbedingungen sehe ich bei der RUB-App. Diese kleine Applikation will nahezu alle Berechtigungen: Identität, Kalender, Kontakte, Standort, Telefon, Fotos/Medien/Dateien, Geräte-ID und Anrufinformationen. Sind diese wirklich notwendig? Ich kann es mir nicht vorstellen!

Was könnte generell passieren, wenn jemand Kalendereinträge machen würde, zum Beispiel bei Kim Jong-Un? Dann gäbe es wohlmöglich eine intensivere Annäherung an Südkorea, die USA oder einen neuen Kinofilm: „Herz aus Stahl 2 – Rise of a Glücksbärchi“. Brad Pitt hat sich verfahren und gelang mittels einer Irrfahrt durch ganz Asien nach Pjöngjang in Nordkorea.

:Alexander Schneider