Dritter Ruhrdeutsch-Asterix von Hennes Bender erschienen
Voll panne, die Römers!
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Currywurst aus Oberhausia, Datteln aus Datteln, Cervisia aus Bochonum: Hennes Bender verlegte Asterix’ Frankreichreise ins Revier und signierte im Little Nemo. Foto: mar
Currywurst aus Oberhausia, Datteln aus Datteln, Cervisia aus Bochonum: Hennes Bender verlegte Asterix’ Frankreichreise ins Revier und signierte im Little Nemo.

Wir schreiben das Jahr 2016 nach Christus. Das ganze Ruhrgebiet ist seinen Dialekt losgeworden und hat sich dem Standarddeutschen angebiedert. Das ganze Ruhrgebiet? Nein, ein tapferer Komiker trotzt der sprachlichen Standardisierung. Der Bochumer Comedian und Comicfan Hennes Bender hat den Asterix-Band „Tour de France“ in „Tour de Ruhr“ umgewidmet.

Freitag, vergangene Woche, im Comicladen Little Nemo am Südring in Bochum. Hier zeichnet Hennes Bender normalerweise zusammen mit Torsten Sträter und Gerry Streberg seinen Comic/Film/alles-andere-Podcast auf. An diesem Tag sitzt er alleine inmitten eines Stapels Asterix-Merchandise und wartet auf 17 Uhr, dann beginnt seine Autogrammstunde. Schlag fünf bildet sich eine Schlange von AutogrammjägerInnen. Alle wollen ein paar Worte mit dem Komiker wechseln, über andere Mundart-Ausgaben der GallierInnen-Comics, über Batman – und über die :bsz, für die Bender zu Studienzeiten („Boah, dat is sicher schon zwanzich Jahre her“) auch geschrieben hat. Zum Autogramm mit Goldstift gab es noch eine Live-CD obendrauf. Selten lässt sich ein Übersetzer so feiern; selten wird ein Übersetzer so gefeiert.

Dat ganze Revier? 

Glaubse wohl!

Der nunmehr dritte Schmöker in der Sprache Bochums und seiner Umgebung macht einfach Spaß zu lesen. Dank eigenwilliger Orthografie lesen sich die Texte in den Dialogen schön authentisch („Kerverdorrinomma!“). Kleiner sprachlicher Leckerbissen direkt im zweiten Panel. Ein Abgesandter „Zähsars“ meldet sich an. Der Zenturio des Lagers Malochum darauf: „Will der denn?“ Das weggelassene „wat“ zeigt linguistisches Fingerspitzengefühl.

Natürlich handelt es sich nicht um eine bloße Übersetzung. Lokalkolorit inhaltlicher Natur darf bei den Mundartbänden nicht fehlen. Da fragt sich Obelix, ob er Tremonia („Lüdenscheid-Nord“) mit seiner Buxe überhaupt betreten darf… Und bei alledem bleibt auch noch genug originaler Asterix-Humor erhalten!

:Marek Firlej

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