Kommentar: Generation Snowflake und ihre Safe Spaces
Verweichlicht, anfällig und Mittelpunkt der Welt
Foto: kac
Lehre oder Leere? Universitäten müssen ihre kritische Identität bewahren. Foto: kac
Lehre oder Leere? Universitäten müssen ihre kritische Identität bewahren.

Kommentar: Warnung! Dieser Kommentar über „Generation Snowflake“ ist nichts für schwache Nerven. Zu Risiken und Nebenwirkungen wenden Sie sich an einen Arzt, eine Ärztin oder einen Safe Space Ihrer Wahl.k

Wir schreiben das Jahr 2017. In Syrien herrscht gnadenlos Krieg, in Afrika verhungern Tausende, in China werden Umwelt und Menschen mit Füßen getreten und in den USA wurde auf einem Campus eine politisch nicht korrekte Aussage getätigt ... 

Die Entrüstung und die Schäden waren selbstverständlich groß. Einige der Lösungsansätze für letzteres Problem: Sogenannte Trigger Warnings und Safe Spaces, die zum Schutze der Studierendenschaft eingeführt wurden. Schließlich ist die „Generation Snowflake“ immensen seelischen Gefahren und Belastungen ausgesetzt. 

Der Begriff kommt aus den USA und bezeichnet laut Macmillan Dictionary junge Erwachsene, die wenig belastbar und emotional sehr verletztlich sind, Kritik nicht vertragen können und abweichende Meinungen als persönlichen Angriff sehen. Das Collins Dictionary beispielsweise wählte den Begriff sogar zum Wort des Jahres 2016. 

Madness? This is U, S, A!

Man muss sich die Tragweite dieser Neuerungen vor Augen halten. An einer Universität, dem Ort für kritisches Denken, Hinterfragung, für Forschung, für hitzige Debatten, wird ein System eingeführt, das genau diese identitätsstiftenden Eigenschaften umkehren soll. Snowflakes, die sich als Mittelpunkt der Welt sehen, können sich leicht psychischen Belastungen an so einem ihnen feindlichen Ort ausgesetzt sehen: Werden sie mangels Wissen in einer Argumentation in die Ecke gedrängt oder lesen sie Dinge, die ihrem Weltbild überhaupt nicht entsprechen, dann reicht ein einfaches „You hurt my feelings“ oder „I am offended“ und die ganze Sache ist gegessen. Ergebnis? Snowflakes akzeptieren nicht, dass eine konträre Meinung existiert und bekämpfen diese mit allen Mitteln – nur nicht mit Sachlichkeit oder Wissenschaftlichkeit, sondern vom Elfenbeinturm der Ignoranz aus mit einer moralischen Überheblichkeit, die scheinbar rechtmäßig nur ihnen zusteht.

„Meinungsfreiheit“ gibt es nur für sie und alle, die anderer Meinung sind, werden schön mit Etiketten wie RassistIn, FaschistIn, HomophobistIn et cetera plakatiert und zum Schweigen gebracht. Zusätzlich lungern viele dieser überaus verletztlichen Seelen in „pseudowissenschaftlichen“ Studiengängen rum. 

Mittlerweile ist es schon an vielen Universitäten der USA soweit, dass die DekanInnen und ProfessorInnen den Snowflakes und ihren Forderungen entgegenkommen und eine möchtegern-progressive Richtung einschlagen, wobei es offensichtlich eher ein Rückschritt ist. 

RUB, kehr dich nicht ab!

Menschen, die so eine Einstellung haben, haben an einer Universität nichts verloren. Sollten Vorkehrungen dieser Art doch jemals in Zukunft an der RUB eingeführt werden, so würden sich Prometheus und Epimetheus bestimmt im Grab umdrehen. Und wie schon der große Philosoph Tyler Durden einst weise sagte: „You are not special. You are not beautiful or a unique snowflake. You are the same decaying organic matter as everything else.“ 

:Eugen Libkin