Let the fight begin
US-Wahlen
Bild:kiki
Symbolbild

Election. Am 3. November ist es so weit, da findet der Electionday in den Verinigten Staaten statt, wo Trump und Biden auf der Zielgeraden auf Stimmenfang gehen. Warum dieser Wahlkampf der kurioseste aller Zeiten ist, zeigen wir Euch hier. 

 

Die Geschichte des weißen Christen, der ein Land gründete und dieses zu Wohlstand und Frieden führte, wird nun von nicht-gläubigen, nicht-weißen, nicht-christlichen Störenfrieden bedroht. Jedenfalls wenn es nach den Evangelikalen geht. Aus diesem Grund ist für sie Trump der richtige Mann. Denn er wolle dieses Narrativ und Fundament der Vereinigten Staaten schützen. So wird Donald J. Trump als Gesalbter Gottes gesehen, der als heidnischer Mann von Gott als Mittelsmann genutzt werde, um das Volk zu beschützen. Hierbei beziehen sie sich auf den persischen König Kyrus, der trotz seines Heidentums die alten Israeliten aus Babylon befreit und den Tempel in Jerusalem zurückkehrte und ihren Tempel wieder aufgebaut habe. 

Popkulturell, albern und ironisch wurden die „Proud Boys” dank Trumps Aufruf, „Haltet euch zurück und haltet euch bereit“ in der Debatte mit Biden in den Scheinwerfer gerückt. Eine Gruppe, die aus Männern zwischen 20 und 40 besteht und das Ziel hat, zu einer brachialen, gewalttätigen Männlichkeit zurückzukehren. Ihre Ideologie beruht darauf, dass die „westliche Kultur“ vor dem Aussterben stehe und strebt eine von weißen dominierte, heteronormative, tyrannische Welt an. Das im Jahr der ersten Trumpwahl, von dem Kanadier Gavin McInnes begründete Konstrukt steht zudem im stetigen Austausch mit der „Identitären Bewegung“ in Europa. 

Forscher der Cornell University stellten fest, dass Donald Trump für fast 40 Prozent aller Falschmeldungen über Corona verantwortlich ist. Der Präsident, in dessen Land über 200.000 Menschen an dem Virus starben, versuchte, mit Wunderheilungen wie Malaria- und Desinfektionsmitteln und UV-Licht gegen das Virus zu werben. Doch das verunsichere Menschen. Denn die Übermittlung von akkuraten und bündigen Informationen sei ein wichtiger Faktor, um das Virus unter Kontrolle zu bekommen, so Dr. Joshua Sharfstein, Prodekan Johns Hopkins Bloomberg School of
Public.

Gesundheitsschutz? Nicht mit Trump! Deswegen lehnte der erst kürzlich genesene Präsident der Vereinigten Staaten ein virtuelles Duell ab. Wenn es einen Schlagabtausch geben sollte, dann auch nur im direkten Zweikampf. Aus diesem Grund verschob sich die Debatte um eine Woche, wo beide Lager einen gemeinsamen Terminvorschlag, den 22. Oktober, akzeptierten. Im Townhall-Format können Bürger:innen den beiden Kandidaten Fragen stellen.

:Abena Appiah

Es ist nicht das erste Mal, dass Joe Biden als ernstzunehmender Präsidentschaftskandidat in Frage kommt. Schon öfter hat „average“ Joe versucht, das Amt zu erringen, jedoch sticht ein Ereignis hervor: Im Rennen um die Präsidentschaftswahl 1988 wurde Biden dabei ertappt, wie er eine Rede eines britischen Politikers plagiierte. Als er erwischt wurde, musste er seine Kampagne abbrechen, weil er als unglaubwürdig galt. Was für Zeiten das waren, als das ein Skandal war …

Biden gilt als Konsenspolitiker. Das heißt, sein Ziel ist es, einen Mittelweg zu finden, indem er Republikaner und Demokraten an einen Tisch zu bringen versucht. Dabei ist Joe kein Konservativer, er gilt sogar als liberal mit seiner Politik. Leider kann diese Kompromissbereitschaft auch ein schlechtes Bild auf den Kandidaten werfen. Zum Beispiel arbeitete er zu Anfang seiner politischen Karriere mit weißen Republikanern zusammen, die offen Segregation unterstützten und sich gegen Integration aussprachen. Biden äußerte sich bereits in seinem Wahlkampf zu all dem. Einen faden Beigeschmack hinterlässt diese
Zusammenarbeit trotzdem. 

Symbolismus scheint auch in Bidens Kampagne wichtig zu sein. Und so kann man jetzt eine Fliegenklatsche kaufen. Wofür man wohl diese Fliegenklatsche braucht, benennt die Kampagne nicht. Auf ihr der Klatsche steht jedenfalls „Truth over Flies“ …  – was das wohl heißen mag?? Fest steht, dass das Rennen zwischen den beiden Präsidentschaftskandidaten knapp wird und der Gewinner noch lange nicht entschieden ist. Ob witzige Wortspiele die Wählerschaft überzeugen werden, wird sich noch zeigen. Fest steht, dass amerikanische Bürger:innen noch keinen Präsidenten gewählt haben und Siegessicherheit wohl noch unangebracht sein dürfte. 

Während Trump und Biden im Fernsehen debattierten, unterbrach Trump Biden sage und schreibe 73 mal in 90 Minuten. Während der Debatte wurde oftmals darauf hingewiesen, dass sich die Trump-Administration mit dem Team Bidens darauf geeinigt hatte, dass man sich gegenseitig ausreden lassen werde. Mehrmals musste der Präsident der USA darauf hingewiesen werden.
Insgesamt  sprach Biden 43 Minuten.

:Gerit Höller

 

Co-Autor(in):