„Comedy-Hobbit“ Hennes Bender ist mit neuem Programm „Luft nach oben“ unterwegs
Unterhaltung im Plauderton
Foto: Robert Freise
„Luft nach oben“: Hennes Benders neues Programm heiße so, um JournalistInnen Arbeit abzunehmen. Foto: Robert Freise
„Luft nach oben“: Hennes Benders neues Programm heiße so, um JournalistInnen Arbeit abzunehmen.

Wer hoch hinaus will, sollte „Luft nach oben“ haben. So heißt auch Hennes Benders aktuelles Programm, mit dem er vergangene Woche in Herne gastierte. Allerdings ist der Bochumer Wuschelkopf nach 26 Jahren auf der Bühne schon längst oben angekommen und präsentierte eine Werkschau seines vielfältigen Schaffens. Was die ZuschauerInnen aus dem Programm mitnehmen sollen? „Ihre Jacken“, sagt er.

Da steht einer auf der Bühne und erzählt Dir, was für Musik er mag, wo er neulich unterwegs war, was er hier aufgeschnappt, dort gehört hat, wie die Arbeit mit dem Verlag läuft. Dass er es angenehm finde, in den Herner Flottmannhallen zu spielen, da habe er einen Anreiseweg von sieben Minuten.

Da hatten es die meisten ZuschauerInnen weiter – wie das Paar aus Wesel, das „zwei Mal 25 Minuten gebraucht“ habe. Was das denn für eine Antwort sei, fragt der auf der Bühne. „Sie ist Lehrerin.“ Das erklärt natürlich alles … Der Running Gag für den Abend ist gefunden, ab jetzt dauert alles zwei Mal 25 Minuten.

Es ist witzig, weil es echt ist

Hennes Bender sucht den Dialog mit dem Publikum und zieht keine Show ab, sondern plaudert. Warum ist das trotzdem lustig?

Hennes Bender, in Bochum geboren, aufgewachsen, studiert und dort geblieben, weiß mit seiner authentischen Art Intimität herzustellen. Vielleicht, weil es quasi ein Heimspiel war. Vielleicht, weil er nicht flüssig-steril sein Programm runterspult, sondern Sätze dreimal anfängt. Dass wilde Assoziationen ihn von seinem „Asterix auf Ruhrdeutsch“-Projekt zu Anekdoten mit seinem Freund und Kollegen Torsten Sträter führen, um dann ein Statement gegen die Angstmacher AfD abzugeben. Und zum vielleicht wichtigsten Satz des Abends: „Wenn wir aufhören rauszugehen und Spaß zu haben, dann haben die Arschlöcher gewonnen.“

Immer wieder erzählt er von seinem dräuenden 50. Geburtstag. Ruhiger ist er geworden, das gesteht Bender ein. Schade, war seine an Hektik grenzende Quirligkeit eines der Elemente, welche die Abende mit dem „adipösen Komiker, der seine Miete bezahlen muss“ noch etwas mehr Einzigartigkeit verliehen haben.

Als sich Benders alter Schulfreund Roland im Publikum zu erkennen gibt, zeigt sich Bender gerührt: „Es menschelt sehr gerade, merkt Ihr, ne?“. Als die Technik ausfällt, zeigt er sich professionell, nimmt das Problem locker-ironisch. Er zeigt sich bodenständig, als er die kommenden Veranstaltungen in den Flottmannhallen bewirbt.

Dass der Entertainer nicht komplett dem nerdigen Märchenonkel gewichen ist, bewies die zwar alte, aber immer wieder 

sehenswerte Showeinlage als zweite Zugabe: Queens „Bohemian Rhapsody“ auf Deutsch. Alleine. A capella. Im Glitzer-Union-Jack-Unterhemd. 

ZEIT:PUNKTE

Hennes Bender demnächst im Ruhrgebiet:
 
18. & 19.11. Essen, Europahaus Stratmanns Theater, 20 Euro
 
4.12. Duisburg, Black Box im „Kleinen Prinzen“ (Benefizveranstaltung mit Torsten Sträter und Martin Kessler)
 

:Marek Firlej

 

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