Sind da Chancen in Sicht?
Unser Mann für Rotterdam
Symbolbild
Lagerfeuer oder große Bühne: Jendriks Ukulele ist immer dabei.

Eurovision. Jendrik Sigwart wird am 22. Mai mit seinem eigens komponierten Song „I Don’t Feel Hate“ für Deutschland beim ESC antreten. 

Im letzten Jahr konnte der Eurovision Song Contest zum ersten Mal in seiner über 60-jährigen Geschichte nicht stattfinden, weil man sich auf die Schnelle kein geeignetes Alternativkonzept ausdenken konnte. Deshalb wurde den zirka 40 teilnehmenden Nationen gestattet, in diesem Jahr noch einmal die 2020 allesamt bereits ausgewählten Künstler:innen nach Rotterdam zu schicken, jedoch sollte der beigetragene Song ein neuer sein. Deutschland ist eins der 13 Länder, die sich trotzdem für eine:n neue:n Interpret:in entschieden, womit Vorjahresteilnehmer Ben Dolic (offiziell auf eigenen Wunsch hin) und sein verhältnismäßig moderner Song „Violent Thing“ aus dem Spiel waren. 

Wie schon im letzten Jahr wurde hierzulande wieder mit Hilfe zweier Jurys, eine bestehend aus 100 Menschen aus ganz Deutschland, und einer anderen aus 20 Musikprofis, der:die optimale Interpret:in gesucht. Dabei heraus kam ein 26-jähriger Musical-Darsteller aus Hamburg, der den passenden Song prompt selbst mitlieferte. Jendrik Sigwart ist schon lange ein großer Fan des ESC und passt tatsächlich durch seine sehr muntere und positive Art ausgesprochen gut zum Wettbewerb. Sein Musical-Studium in Osnabrück absolvierte er mit einer Bachelorarbeit, in der er sich musikwissenschaftlich mit seinem Lieblingsinstrument auseinandersetzte: der Ukulele. Seine eigens mit 4.000 Strasssteinchen verzierte Version kommt auch in seinem Song „I Don’t Feel Hate“ zum Einsatz, zu dem er sogar das offizielle Musikvideo in Eigenregie gemeinsam mit Freund:innen produzierte und das Ihr hier sehen könnt: youtu.be/ydgxZnHFLi4

Der hartnäckige Ohrwurm lässt nicht lange auf sich warten, auch wenn die Siegeschancen dieses musikalisch an Spaßlieder von Stefan Raab erinnernden Beitrages wohl verschwindend gering sein dürften. Der Text und das Video sollen ein zugegebenermaßen wenig subtiles Statement dafür sein, auf Hass nicht mit Gegenhass zu reagieren. Jedenfalls werden wir in diesem Jahr endlich von einem charismatischen Vollblutmusiker vertreten und nicht vom nächsten ausdruckslosen Gesicht mit The Voice of Germany Hintergrund.         

:Henry Klur

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