Ausländische Gelder
Universitäten geben Verbindungen nach China nicht an
Bild: stem
Staatlicher Einfluss oder wissenschaftliche Kooperation? Da viele Universitäten mit den Angaben hinter dem Berg halten, ist das schwer nachzuvollziehen.

Forschung. In welche Forschungsbereiche Geld und Zuwendungen aus China fließen, ist häufig unklar. Auch die RUB lehnte eine Anfrage ab.

Mit dem Rechercheprojekt „Chinas Geld an deutschen Unis“ erfragt der Sinologe und Journalist David Missal, welche Kooperationen Universitäten in den vergangenen Jahren mit dem chinesischen Staat oder auch von privater Seite eingingen. Dabei zählen finanzielle Zuwendungen, aber auch die Bereitstellung von Lehrpersonal und Material und zu welchem Zweck diese getätigt wurden. Viele Universitäten verweigern jedoch oder geben verspätet und unvollständig Auskunft. Dazu zählt auch die Ruhr-Universität. Diese lehnte eine Beantwortung ab. Die erbetenen Daten seien nach dem Informationsfreiheitsgesetz geheimhaltungsbedürftig, so die Uni.

Auch die Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz beantwortete die Anfragen nicht. Dies führte nun zu einer Klage der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) vor dem Mainzer Verwaltungsgericht, die sich dabei auf die Auskunftspflicht unter dem Landestransparenzgesetz berufen. Es sei „eine Gefahr für die freie und unabhängige Wissenschaft, dass die Universität Mainz nicht einmal die Namen ihrer Drittmittelgeber zu nennen bereit ist“, sagte Julia Reda, Leiterin des Projekts „control ©“ bei der GFF.
In Folge der Berichterstattung hat die Universität Mainz erste Angaben bekannt gegeben. Demnach habe die Universität eine finanzielle Kooperation angegeben, in einem Landtagsbericht war jedoch die Rede von „zahlreichen Kooperationen“. Zu diesen äußerte sich die Universität jedoch nicht, da die genannte die einzige entgeltliche Kooperation sei. Diese Antwort genügt der GFF allerdings nicht, weshalb sie an der Klage festhält, damit die Universität weitere Angaben über Zuwendungen wie kostenlosem Personal und Material veröffentlicht.

Universitäre Kooperationen mit China sind nicht ungewöhnlich und gehören seit mehreren Jahrzehnten zum wissenschaftlichen Austausch. In jüngster Vergangenheit geraten diese jedoch vermehrt unter Kritik, da dem Staat autokratisches Handeln, beispielsweise anhand der sogenannten „Umerziehungslager“ in der Xinjiang-Provinz sowie Einflussname von unabhängiger Forschung vorgeworfen wird.

:Stefan Moll

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