Die GameStop-Achterbahn
Ungewöhnliche Zahlenspielchen
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Kostspieliges Hobby: an der Börse mischen sich jetzt auch andere ein.

Kommentar. Durch die aktuelle Entwicklung der GameStop-Aktie wird wieder einmal die Absurdität der Börse deutlich.

Wer kennt es nicht? Man misstet seinen alten Videospielbestand aus, um Platz zu schaffen und nebenbei noch einen Obolus für die einst teuer erworbenen Spiele zu kassieren. Als erste Anlaufstelle bietet sich die nächste GameStop-Filiale an, denn der An- und Verkauf von gebrauchten Artikeln gehört zu deren Tagesgeschäft. Die Summen, die man dort für teils kaum benutzte Games erwarten kann, sind allerdings verschwindend gering, während der Wiederverkaufspreis aufseiten des Ladens auf ein Vielfaches angehoben wird. Der Grund dafür ist so klar wie verständlich: Profit.
Ebendieser wurde allerdings im noch jungen Streaming-Zeitalter, das auch immer stärker Einfluss auf die Gaming-Industrie nimmt, zunehmend schwächer. Das Unternehmen versuchte sein Glück durch Ladenschließungen und stärkeren Fokus auf dem Online-Handel, um irgendwie mit der Digitalisierung Schritt halten zu können. Daraufhin sahen viele Investoren eine rosige Zukunft für GameStop voraus und stürzten sich auf deren Aktien, die natürlich in Höhen schoss, die den realen Wert der Firma bei weitem überstiegen. Dies machten sich wie üblich einige Hedgefonds zunutze, um mit den legalen Mitteln der Börse darauf zu wetten, dass die Aktie rapide fallen würde. Im Normalfall stünde den Hedgefonds-Managern ein beachtlicher Gewinn bevor, doch einige Reddit-User bemerkten diesen Fall und mobilisierten die Massen, um in die Aktie zu investieren und diese so wieder in unglaubliche Höhen zu katapultieren, was für einige Hedgefonds den Ruin bedeuten könnte.
Für GameStop selbst hat dieses Phänomen bis auf PR keine realen Auswirkungen, denn von den Entwicklungen an der Börse sehen die betroffenen Unternehmen kaum Geld. Schließlich bleibt der Aktienmarkt ein Spielplatz für Aktionär:innen, der kaum realwirtschaftliche Auswirkungen hat. Hier wird jedoch noch einmal klar, dass dieser Fakt bloß nicht weiter bekannt werden soll, da solche Eingriffe von eigentlich Börsenfremden populärer werden könnten. Die reichen Zahlenspieler:innen wollen aber lieber unter sich bleiben.

:Henry Klur

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