Was der Pfingststurm in Bochum angerichtet hat
Thors Rache suchte Ruhrgebiet heim
Foto: Akafö Presse
Krawäng! Da ist der Baum voll an der Fassade langgewätscht. Foto: Akafö Presse
Krawäng! Da ist der Baum voll an der Fassade langgewätscht.

Der Sturm am Pfingstmontag hat fast im ganzen Ruhrgebiet seine nicht zu übersehenden Spuren hinterlassen. In Bochum war wie vielerorts auch der (öffentliche) Verkehr für eine Weile lahmgelegt. Bäume und Äste fielen auf die Straßen und beschädigten unter anderem ein Wohnheim des Akafö.

Dennoch kam das Bochumer Studierendenwerk vergleichsweise glimpflich davon: Verletzte gab es zum Glück keine. Zudem blieben die Außenanlagen der Wohnheime von Baumschäden wie wohl kaum ein Garten in Bochum verschont, wo zahlreiche Gartenmöbel in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Den größten Schaden richtete ein umstürzender Baum am Wohnheim Laerholzstraße 80-84 an: Er fiel gegen das Gebäude, wobei er die Fassade einschnitt und -drückte. Dabei hatten die BewohnerInnen Glück: Hätte der Baum ein paar Zentimeter näher am Haus gestanden, hätte er wohl auch ein paar Scheiben eingeschlagen.

Alles gut in den Wohnheimen

Die Unwetterschäden lassen sich derzeit noch nicht genau beziffern. „Aber wir haben Glück gehabt“, sagt Akafö-Pressesprecher Peter van Dyk – „anders als bei dem Starkregen letztes Jahr, der uns Wasserschäden in sechsstelliger Höhe beschert hat.“
Auch wenn es kurzzeitig zu Stromausfällen in der Akafö-Verwaltung kam und ein Wasserschaden im Wohnheim Sumperkamp gemeldet wurde: Größere Unannehmlichkeiten haben WohnheimbewohnerInnen nicht zu befürchten; umfangreiche Reparaturarbeiten und damit verbundene Einschränkungen stehen in den Akafö-Wohnheimen nicht an. Lediglich an den Lärm von Motorsägen und LKWs werden sich die Wohnheimmenschen – wie alle BochumerInnen – inzwischen gewöhnt haben müssen.

Verkehrslage noch nicht völlig beruhigt

Chaotisch ist aber nach wie vor die Verkehrslage an der RUB. Wer in der vergangenen Woche mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Bochum rein oder aus der Stadt raus wollte, stand vor einem Rätsel: Die Fahrplanauskunft des VRR gab andere Informationen aus als die Website der Deutschen Bahn; die DB-MitarbeiterInnen vor Ort gaben andere Auskunft als diejenigen an der Hotline und Anzeigetafeln verwiesen auf wieder andere Informationsquellen. In unregelmäßigen Abständen und mit unterschiedlicher Abwicklung hatte die Bahn einen Schienenersatzverkehr mittels Taxi und Bus bereitgestellt. Die Informationslage war dürftig.

Stand Montagmorgen: Die Linien RE 57, RB 38 und RB 53 sowie die S-Bahnlinien 1, 2, 3, 6 und 9 verkehren nur auf bestimmten Abschnitten, teilweise in reduzierter Frequenz, die S 68 fährt weiterhin gar nicht. Die für RUB-PendlerInnen wichtige S 1 fährt von Dortmund nach Bochum, zwischen Bochum und Essen fällt sie allerdings aus. Dafür fahren aber die Regionalexpresse 1 und 6 wieder nach Plan.

Innerhalb Bochums sieht die Lage gut aus. „Vereinzelte Schäden sind noch nicht behoben“, gibt die Bogestra der :bsz Auskunft. „In der vergangenen Woche sind sehr, sehr viele Mitarbeiter unterwegs gewesen“, so dass die Bogestra nun von einem „sehr guten Status“ des Öffentlichen Personnennahverkehrs (ÖPNV) spricht. Reparaturbedürftige Straßenbahnstreckenabschnitte wurden mit Busverkehr überbrückt.

Wie unser Redakteur Alexander Schneider den Ausbruch des Sturms auf dem Werdener Pfingst-Open-Air erlebt hat, lest Ihr hier.

Autor(in):