Clubs auf, aber mit Bedingungen
Teurer Eintritt für Ungeimpfte
Bild: kjan
Alles wieder wie früher? Zumindest auf den ersten Blick.

Nachtleben. Seit einigen Wochen dürfen die Clubs wieder öffnen. Kurzfristig wurden die Maßnahmen jetzt zum 1. Oktober noch mal gelockert. 

Die Clubs in Nordrhein-Westfalen sind wieder offen. Ein samstäglicher Gang durch die Bochumer Innenstadt und das Bermuda3eck fühlt sich damit, und mit dem Ende der Maskenpflicht im Freien langsam wieder an wie „früher“. Die places to be (chased away by the police) der Zeiten der Schließungen kehren auch zur „Normalität“ zurück: Die Parks und Plätze sind wieder leerer geworden, Herbstwetter und offener Clubs, Bars und Kneipen sei Dank. Die ersten Wochen, in denen man wieder ohne Auflagen tanzen gehen kann, dicht an dicht und ohne Maske, machten sich bemerkbar. Ohne Auflagen? Nicht ganz. Bedingung für den Eintritt ist der Nachweis einer Impfung, Genesung oder eines negativen Tests – zumindest so lang die lokale Sieben-Tage-Inzidenz über 35 liegt. Letztere Variante kann dabei teuer werden, denn so ein PCR-Test kostet zwischen 60 und 90 Euro. 

Kurzfristig wurden die Regeln dann jedoch noch angepasst und ein negativer Antigen-Test, der maximal 6 Stunden alt sein darf, reicht ebenso aus. Wie viele diese ab dem 11. Oktober kosten werden, ist noch nicht ganz klar, sie werden jedoch deutlich günstiger als PCR-Tests sein. Welche Grundlage die verkürzte Gültigkeit hat, wurde nicht vermittelt. Alles in allem bleiben sich die Regelungen dabei also treu und sind etwas verwirrend und in ihrer Sinnhaftigkeit fragwürdig. Besonders wegen ihrer vergleichsweise geringeren Genauigkeit scheint das Genügen von Antigen-Tests einem wirklich sicheren Gefühl beim Feiern im Weg zu stehen. Die 3G-Regel, vielerorts mit der freiwilligen Verschärfung auf 2G, hat sich als Konzept für die nächste Phase der Pandemie mittlerweile etabliert – nicht nur fürs Ausgehen. Während immer wieder Stimmen laut werden, die solche Regelungen als „Impflicht durch die Hintertür“ bezeichnen, scheint festzustehen, dass die aktuelle Normalisierung des Alltags für viele nur dank dieser Regeln möglich ist. Die Aussicht, dass das Ende des Sommers nicht wieder mit starken Einschränkungen einhergeht, wirkt erstmal beruhigend.

:Jan Krischan Spohr