Bronze und Keramik im Antikenmuseum
Tönerne Streifzüge durch Persien
Foto: Jacq
Antikes persisches Kunsthandwerk: Die Archäologie erzählt die frühe Geschichte des Irans. - Foto: Jacq
Antikes persisches Kunsthandwerk: Die Archäologie erzählt die frühe Geschichte des Irans.

Letzte Woche fand im Antikenmuseum in der Kunststammlung der Ruhr-Universität eine öffentliche Führung durch die antiken Bronze- und Keramiksammlungen aus Persien statt, die 2012 zum einen Teil von Dr. Paul-Georg Gutermuth und zum anderen Teil von Prof. Dr. Dr. hc. mult. Berthold Beitz an die Universität gestiftet wurde. Der Zugang der Öffentlichkeit zu den antiken „Schätzen“ soll jedoch nicht nur die BesucherInnen bereichern – durch die Ausstellung wird ein Prozess in die Wege geleitet, der stets für neue Ergebnisse rund um die Erforschung der antiken persischen Kunst- und Gebrauchsgegenstände sorgt.

Insgesamt werden in der Dauerausstellung Funde präsentiert, deren Herstellungen bis ins 5. Jahrhundert vor Christus zurückgehen und bis ins islamische Mittelalter zu datieren sind. Der älteste Fund ist beispielweise eine Schleuderkugel aus Ton, die aus dem Jahre 5000 v. Chr. stammt. Der Museumsführer erinnert die ZuhörerInnen an die Geschichte von David und Goliath: David, der Goliath im Kampf allein mit seiner Steinschleuder besiegt und Israel befreit…
Nicht nur die Zeitspanne, sondern auch die Spanne der Fundorte reicht weit: Die einzelnen Bronze- und Keramikwerke repräsentieren die Kunst aus dem Schwemmland über die Salzwüste bis hin zu den Hochgebirgen. Man gewinnt einen Einblick in die antike Kunst der verschiedenen historischen Kulturlandschaften des Landes: Von den UratäerInnen zu den AssyrerInnen, über die SumererInnen hin zu den MederInnen, hinweg über die PerserInnen und die PartherInnen, bis hin zu den SassanidInnen.

Die Sammlung Gutermuth besteht hauptsächlich aus charakteristischen Bronzefunden und Keramikgefäßen; die Sammlung Beitz aus Luristanbronzen, einer Denkmälergattung von Bronzen. Zu den Luristanbronzen – das Hauptfundgebiet ist die westpersische Provinz Luristan – zählen zum Beispiel Grabbeigaben wie Waffen, Weihegaben und Zaumzeug.

In einem Ausstellungsraum mit den antiken persischen Funden, befinden sich auch Funde aus der römischen und griechischen Kultur der antiken Welt. Herausgestellt werden sollen nicht nur die Unterschiede zwischen den einzelnen Kulturmilieus, sondern auch die Gemeinsamkeiten. Inwiefern haben sich die antiken Kulturen bedingt und beeinflusst?

Kratzen an der Oberfläche

Leider reicht es für einen Laien nicht aus, sich lediglich die Inhalte der Vitrinen anzuschauen und sich durch die Ausstellung führen zu lassen. Die antike Kunst in Persien ist ein solches komplexes Thema, das man unter keinen Umständen innerhalb weniger Stunden und anhand ein paar beispielhafter Exemplare verstehen und nachfühlen kann. Zur Sammlung gibt es im Antikenmuseum auch einen Katalog, herausgegeben von Thomas Stöllner, über die „Streifzüge durch Persien“ zu kaufen, welcher den Hintergrund der Keramik- und Bronzefunde weitergehend beleuchtet.