Teuer? Garantiert. Überflüssig? Garantiert nicht.
Studierendenwerk für alle

Weil das Studierendenwerk schon lange kein Studentenwerk mehr ist: Für eine geschlechtergerechte und inklusive Bezeichnung der akademischen Einrichtung und warum sie trotz der Kosten notwendig ist.

Auch wenn viele Universitäten in NRW der Umbenennung (siehe Nachricht in dieser Ausgabe) zumindest skeptisch gegenüberstehen – sie ist lange überfällig. Die Bezeichnung Studentenwerk entspricht längst nicht mehr der Realität, schließlich suggeriert das generische Maskulinum eine eindeutige männliche Mehrheit. Frauen und genderqueere Studierende (das heißt Studierende, die sich nicht dem binären Gendersystem zugehörig fühlen) kategorisiert es unter „ferner liefen“. Tatsächlich ist es aber heutzutage nicht mehr der Fall, dass die überwiegende Zahl der Studierenden Männer sind – in einigen Studiengängen stellen sie bereits die Minderheit. Das muss sich auch in der Sprache und im Bewusstsein der Bevölkerung widerspiegeln.

Akafö fein raus

In Bochum hat das Akademische Förderungswerk von Anfang an die Sache richtig gemacht und so mit dem ganzen Ärger wenig zu tun. Vielleicht hat uns die Debatte auch deswegen bisher so wenig berührt. Trotzdem geht das Thema auch uns etwas an; so steht auf der Homepage des Akafö bis heute: „Das Akafö ist das Studentenwerk für die Bochumer Hochschulen und die Westfälische Hochschule in Gelsenkirchen, Recklinghausen und Bocholt.“ Bleibt zu wünschen, dass dort demnächst auch die geschlechtergerechte Sprache umgesetzt wird.

Gemeinschaftsgefühl im Vordergrund

In der Linguistik und den Gender Studies ist weithin anerkannt, dass Sprache und Denken sich gegenseitig beeinflussen. Die Zuordnung zu oder der Ausschluss aus einer Gruppe erfolgt oft über die Sprache: Wir gegen Euch.

Allgemein geht es hier schließlich nicht darum, um jeden Preis politisch korrekt zu sein oder einem (gefühlten) femin(az)istischen Druck nachzugeben. Vielmehr soll die genderneutrale Bezeichnung die Inklusion aller Studierenden anregen und ein neues Gemeinschaftsgefühl fördern, so dass aus Mir (der Studentin) und Dir (dem Studenten) ein Wir (die Studierenden) wird:

Wir sind die, die studieren. Zusammen.

:Stefanie Lux
 

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