Prüfungsordnungen
Studienrecht und Ordnung
Symbolbild

Regelung. Im Studium wird man mit vielen Begriffen konfrontiert, oft ohne große Erklärungen. Das kann schnell für Verwirrung sorgen. Den Unterschied zwischen Prüfungs- und Studienordnung sowie was überhaupt ein Modulhandbuch ist und warum sich ein Blick in die Dokumente lohnt, erklären wir Euch auf dieser Seite.

Was ist eine Prüfungsordnung?

Jeder Studiengang hat auch eine Prüfungsordnung. Diese legt rechtsverbindlich die Grundlagen Eures Studiums fest. In ihr wird geregelt, welche unterschiedlichen Arten von Prüfungsleistungen es gibt, wie sie bewertet werden und wie diese in die Notenbildung miteinbezogen werden, sowie Regelungen zur An- beziehungsweise Abmeldung für diese Prüfungen. Sie bildet die Basis für Eure Studienordnung beziehungsweise den Studienverlaufsplan und legt auch fest, welche Rechte und Pflichten Ihr in Bezug auf Euer Studium habt. So wird in der Prüfungsordnung auch detailliert dargestellt, wie mit Täuschungsversuchen und Plagiatsvorwürfen umgegangen wird, in welchen Fällen und auf welche Art Nachteilausgleich und Ausnahmeregelungen möglich sind sowie welche Regelungen zu Anwesenheitspflicht es entsprechend der unterschiedlichen Lehrformaten Eures Studiums gibt. Prüfungsordnungen werden regelmäßig aktualisiert und geändert, weswegen Ihr genau darauf achten solltet, welche Prüfungsordnung für Euch gilt. Grundsätzlich habt Ihr das Recht, auf Basis der Prüfungsordnung zu studieren, die bei Eurer Immatrikulation galt. Ist jedoch eine genügend lange Übergangsfrist gegeben, könnt Ihr beim Ablaufen Eurer originalen Prüfungsordnung automatisch in die neuste umgeschrieben werden.

Was ist eine Studienordnung?

Die Studienordnung beziehungsweise der Studienplan regelt ergänzend zu der Prüfungsordnung die Rahmenbedingungen eines jeden Studiums. Das bedeutet, dass darin der konkrete Ablauf eines Studiums beschrieben ist. Dinge wie der Studienbeginn, die Inhalte des Studiums oder welche Zulassungsvoraussetzungen für einzelne Lehrveranstaltungen gelten, sind darin geregelt. Aber auch welche Arten von Lehrveranstaltung in dem Studiengang angeboten werden und wieviele CreditPoints (CP) diese geben und welchem Arbeitsaufwand diese entsprechen, ist darin aufgelistet. Auch Stundenplan-Empfehlungen sind häufig Teil der Studienordnungen.
In manchen Studiengängen sind Studienordnungen bereits in die Prüfungsordnungen eingefasst, in anderen jedoch nicht. Alle 2-Fach Bachelor- oder 2-Fach Master-Studiengänge, aber auch einige 1-Fach Master sind beispielsweise nach der selben, sogenannten Gemeinsamen Prüfungsordnung geregelt. Die einzelnen Studienordnungen sind dahingegen fachspezifisch und regeln die Studiengänge ergänzend zu dieser.

Was ist ein Modulhandbuch?

Ihr seid Euch nicht mehr sicher, was Ihr braucht um ein Modul abzuschließen? Welche Kurse Ihr dafür wählen könnt und wie viele CreditPoints Ihr am Ende bekommt? Dann gibt es für jeden Studiengang eine praktische Lektüre, die viele Eurer Fragen beantwortet: Das Modulhandbuch. Module sind nach Kursen - beziehungsweise Veranstaltungen wie beispielsweise auch Praktika - die nächstgrößte Organisationseinheit innerhalb Eures Studiums und bilden dabei oft zeitlich oder thematisch eingegrenzte Bausteine des Gesamtstudiums. Zwischen den unterschiedlichen Studiengängen kann es große Unterschiede geben, wie diese aufgebaut sind.  Auf Basis eines Beschlusses der Kultusministerkonferenz benötigt jeder Bachelor- und Masterstudiengang zur Akkreditierung ein Modulhandbuch, welches öffentlich einsehbar sein und gewisse Informationen beinhalten muss.
Viele Informationen zum Aufbau des Studiums werden in den Einführungsveranstaltungen zu Beginn oder in unterschiedlichen Beratungsangeboten vermittelt, doch nicht immer hat man diese parat. Eine kurze Suche auf der Seite der entsprechenden Fakultät führt zu Infos dazu, Inhalte und Ziele, die Module Euch bieten sollen, welche Lehrformen sie beinhalten und welche Voraussetzungen ihr erfüllen müsst, um teilzunehmen. Wie Ihr Leistungspunkte (CreditPoints) erwerbt, wie viele davon und welcher Arbeitsaufwand auf Euch zukommt, findet Ihr dort genauso wie alle Fakten dazu wie oft die Module angeboten werden und wie lange sie dauern (dürfen).
Solltet Ihr Euch also mal nicht sicher sein, lohnt sich oft ein Blick in das entsprechende Modulhandbuch, um Euch bei Ungewissheiten die nötige Sicherheit zu geben und eventuelle Fragen zu beantworten. Sollte es dennoch Unklarheiten geben, zögert nicht die unterschiedlichen Hilfsangebote der zuständigen Fachschaftsräte in Anspruch zu nehmen, damit auch Ihr sicher und informiert durchs Studium kommt und unangenehmen Überraschungen vor dem eigentlich angestrebten Abschluss vorzubeugen.

:Jan-Krischan Spohr und Stefan Moll

Co-Autor(in):