Aus IA und IB müssen vorm Abriss die Schadstoffe raus
Starke Belastung macht Abriss unvermeidbar
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IA und IB stehen vor dem Abriss. Aber zuerst muss saniert werden. Foto: joop
IA und IB stehen vor dem Abriss. Aber zuerst muss saniert werden.

Der Ruhr-Universität Bochum, speziell der I-Reihe steht ein weiteres Jahr Baumaßnahmen bevor. Damit der Abriss der mit PCB (Polychlorierte Biphenyle) belasteten Gebäude möglichst wenig Schadstoffe freisetzt, trifft man bei der Sanierung umfangreiche Vorkehrungen.

„Die Entscheidung für den Abbruch und Wiederaufbau wurde getroffen, da sich – anders als bei IC – ein dauerhafter Sanierungserfolg nicht garantieren lässt“, erklärt RUB-Pressesprecher Jens Wylkop das Vorgehen bei IA und IB. Die PCB-Belastung variiert zwischen den Gebäudereihen, die jeweils als ein Bauauftrag vergeben wurden und sich im Bau leicht unterscheiden, sagt Dr. Ursula Fornefeld-Schwarz, Leiterin der Arbeitsgruppe „PCB an der RUB“, in der sich Univerwaltung, PersonalrätInnen, Betriebsmedizin, der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) als Gebäudeeigentümer, vom BLB beauftragte Firmen und der AStA regelmäßig treffen. NA sei am höchsten, MA am wenigsten belastet. IA und IB hätten nicht unbedingt die höchste Belastung, so Fornefeld-Schwarz, allerdings eine „schlechte Quellenlage“; in diesem Fall sitzt PCB in der Deckenkonstruktion.

Aus Farbanstrichen seien Schadstoffe bis zu acht Millimeter in Oberflächen eingedrungen, ergänzt Wylkop. „Das PCB ist bereits so tief in die Decken eingedrungen, dass es sich dort nicht mehr restlos entfernen lässt, ohne die Tragfähigkeit des Gebäudes zu gefährden.“

Deckenfarbe am stärksten belastet

Der Zeitplan ist straff. Im September und Oktober werden von den vom BLB beauftragten Firmen IA, IB und IAFO abgesichert und die Baustelle eingerichtet, ehe die eigentlichen Arbeiten beginnen. Die PCB-Entfernung erhält drei Monate Vorsprung, dann folgt der Abriss bereits sanierter Bereiche. Zeitversetzt bewegen sich Sanierungs- und Abrissarbeiten jeweils sechs Monate von Nord nach Süd parallel durch IA und IB. Im August 2015 soll dies abgeschlossen sein.

Um die Belastung zu minimieren, werden Sanierungsbereiche abgeschottet, Schleusen, Unterdruck- und Absaugfilteranlagen installiert. Zu den zu entfernenden Schadstoffen gehören Asbest und PCB, beides krebserregende Stoffe. Es werden zum Beispiel PCB-haltige Farbanstriche abgebeizt und Dichtmassen beseitigt. Die meisten Gebäudeteile werden entfernt und nach Belastung getrennt sortiert.

Luftmessungen und Wischproben

Nach Ende der Arbeiten werden die Asbestfaserkonzentration mittels Luftmessung sowie durch Wisch- und Materialproben die verbliebene PCB-Belastung geprüft; selbst der Abfall wird untersucht. „Es wird keine Schadstoffbelastung geben, die oberhalb der zulässigen Grenzwerte liegt“, sagt Wylkop. Auch beim Rückbau werden staubarme Verfahren wie Sprühnebel eingesetzt, um Staubentwicklung und -belastung zu minimieren. In punkto Lärm und Platzmangel kommt es jedoch zu Beeinträchtigungen.

„Wir können teilweise Ersatzräume in anderen Gebäuden auf dem Campus und außerhalb nutzen, allerdings nur in begrenztem Maße“, erklärt Wylkop. „Bei der Lärmbelastung wird angestrebt, dass konzentriertes geistiges Arbeiten bei geschlossenem Fenster möglich ist.“

Während der Arbeiten an IA/IB läuft in der am stärksten belasteten N-Reihe bereits die PCB-Sanierung vor der eigentlichen Kernsanierung. Seit Anfang 2014 ziehen Abschnitte von je 50 Büros mehrere Wochen vorübergehend in den Containerbau N-Süd am Botanischen Garten, während belastete Böden und Mobiliar aus den Räumen entfernt werden. Der Container wird fünf Jahre als Rotationsfläche dienen; für die G-Reihe, deren Sanierung noch in Planung ist, wird es andere Ausweichflächen geben, so Fornefeld-Schwarz.

Im zweiten Teil des Schwerpunkts erfahrt ihr mehr über den Schadstoff PCB.

Zusätzliche Informationen gibt es unter : www.rub.de/iaib und www.rub.de/pcb