US-Magazin „Quartz“ ertappt Google.
Standortlokalisierung trotz Deaktivierung?
Standortverlauf deaktiviert: Im Normalfall stoppt dies das Senden von Standorten an Google.
Standortverlauf deaktiviert: Im Normalfall stoppt dies das Senden von Standorten an Google.

Überwachung. Das US-Magazin „Quartz“ beschuldigte Google, Standortdaten zu speichern. Die Webseite „Mashable“ hielt dagegen. 

Laut dem „Quartz“-Bericht speichert Google die sogenannten „Cell IDs“ der Mobilfunkmasten, selbst wenn man als NutzerIn jegliche Lokalisierungsoptionen deaktiviert hat. Man muss aber beachten, dass Cell-ID-Daten nicht das gleiche sind wie normale Ortungsdienste. Sie können nämlich nicht, wie zum Beispiel beim GPS, konkrete Standortkoordinaten speichern, sondern nur die Funkmasten, mit denen man in Verbindung tritt. Über die Standorte dieser Funkmasten kann dann das Handy lokalisiert werden. 

Die Daten wurden seit Anfang des Jahres gesendet, jedoch bestreitet das Unternehmen, die Cell-ID-Daten jemals verwendet oder gespeichert zu haben. Google wollte mit ihnen die Geschwindigkeit und Performance der Mobilfunkzellen verbessern. Nachdem dies jedoch entdeckt wurde, versprach Google nun, die Sammlung umgehend einzustellen und bis Ende dieses Monats keine automatischen Daten mehr senden zu lassen.

Googles Position

Google erklärt die Sammlung gegenüber „Mashable“ wie folgt: „Um sicherzustellen, dass Nachrichten und Benachrichtigungen schnell empfangen werden, verwenden moderne Android-Telefone ein Netzwerk-Sync-System, das die Verwendung von ‚Mobile Country Codes’ (MCC) und ‚Mobile Network Codes’ (MNC) erfordert. Im Januar dieses Jahres haben wir begonnen, die Verwendung von Cell-ID-Codes als zusätzliches Signal zu prüfen, […].“ Allerdings hätten sie Cell IDs nie in ihr Netzwerk-Sync-System integriert. MCC und MNC würden notwendige Netzwerkinformationen für die Nachrichten- und Benachrichtigungszustellung bereit stellen und seien deutlich von den „Location Services“ getrennt, die Apps den Standort eines Geräts zur Verfügung stellen.

Lest dazu auch den Kommentar von Gianluca.

 :Gianluca Cultraro