Von der Nächstenliebe bis zum Leerstand
Stadtgeschehen
Bild: hakl
Leere Straßen: Innenstädte leben eigentlich von Laufkundschaft.

Obdachlosenhilfe. Wo die Stadt versagt, helfen Freiwillige nach. Obdachlose und Menschen ohne festen Wohnsitz sind im Winter besonders gefährdet, eine Situation, die durch Corona noch verschärft wird. 

Am Ende doch nicht gemeinsam  

Wer keine Wohnung hat, hat es bei niedrigen Temperaturen besonders schwer. In Unterkünften für Obdachlose ist das Infektionsrisiko jedoch besonders hoch. Die Hilfe durch die Stadt wurde unter anderem vom Straßenmagazin Bodo und lokalen linksradikalen Gruppen als unzureichend kritisiert. „30 Schlafsäcke sind kein Konzept“, so der Bodo e.V., welcher jedes Jahr selbst eine dreistellige Zahl an Schlafsäcken verteilt. Die Gabenzäune, die an unterschiedlichen Orten auf dem Stadtgebiet aufgetaucht sind und unter anderem vom Bochumer Antifa Café organisiert wurden, mögen ein guter Anfang sein, können jedoch ein groß angelegtes Konzept zum Schutz der Menschen und ihrer Grundbedürfnisse nicht ersetzen. Aufenthaltsorte für Obdachlose sind wegen der Pandemie weiterhin nur eingeschränkt geöffnet, und in den meisten Fällen erst bei besonders niedrigen Temperaturen zugänglich. So sei z.B. „ein Bahnhof“, welcher laut Bodo e.V. nicht näher genannt wird, als Schlafmöglichkeit eingeplant, sollten die Temperaturen unter minus 10 Grad fallen. Alle anderen zusätzlichen Schlafplätze sind erst ab Temperaturen unter 0 Grad zugänglich. Insgesamt fehlen Konzepte der Stadt, während Vereine und Privatleute ihr Möglichstes tun. Eine dauerhafte Lösung für die Probleme der Menschen scheint nicht im Interesse des Stadtrates und Bürgermeisters zu liegen. Dass dieses  Problem ansteht und zu bewältigen ist, ist auch nicht erst seit Neustem bekannt. Bereits im Mai gab es einen offenen Brief den eine Vielzahl an Gruppen, Vereinen und Parteien unterzeichnete, der  eben so ein Konzept von der Stadt forderte, dessen Vorschläge und Forderungen jedoch offensichtlich nicht berücksichtigt wurden.

Lockdown. Die Pandemie stellt vor allem für den Einzelhandel ein sichtbares Problem dar. 

Leerstand in der Innenstadt 

Nach dem ohnehin schon wirtschaftlich schwierigen Jahr für die meisten Geschäfte droht derzeit auch noch das für viele existenzsichernde Weihnachtsgeschäft wegzufallen. Durch den Lockdown-Lite sollte genau dies verhindert werden, denn man hoffte die Infektionszahlen niedrig genug halten zu können, um den Weihnachtstrubel in den Innenstädten verantworten zu können. Doch die Widersprüchlichkeit in den Apellen zu Hause zu bleiben, um das Virus aufzuhalten und gleichzeitig Geschenke einzukaufen, um die lokale Wirtschaft zu unterstützen, sorgte für Verwirrung und Unsicherheit. Deshalb fällt die Wahl noch häufiger als ohnehin schon auf die unkompliziertere Variante im Online-Shopping, weshalb vor allem für kleinere Betriebe das Aus droht.
Der mittlerweile auch in Deutschland viele ihre Geschenke zum Schnäppchenpreis ergattern wollten wurde noch ermöglicht, aber der halbherzige Lockdown konnte nicht für den ausreichenden Schutz sorgen, der notwendig gewesen wäre, um die vielen eingekauften Geschenke auch noch persönlich Freund:innen und Familie überreichen zu können. Deshalb bleibt der Online-Handel wohl bald auch die letzte Option für Last-Minute-Einkäufe. Jedoch gibt es auch dort eine Möglichkeit lokal einzukaufen: auf atalanda.com findet man Bochumer Geschäfte, die ihre Produkte dort auch zum Liefern anbieten. Bevor man also zu Amazon und co. greift, lohnt sich der Blick auf die Seite, um auch nach dem wohl noch etwas andauernden Lockdown in der Innenstadt einkaufen zu können. 

    :Jan-KrischanSpohr und :Henry Klur

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