Vom Molekül zur lebenden Zelle
Solvatationsforschung bekommt ein neues Zuhause
Foto: RUB, Nelle
Vor wenigen Monaten noch eine Baustelle, jetzt ein fertiges Prestigeobjekt: das ZEMOS an der RUB. Foto: RUB, Nelle
Vor wenigen Monaten noch eine Baustelle, jetzt ein fertiges Prestigeobjekt: das ZEMOS an der RUB.

Die meisten chemischen und biologischen Reaktionen finden in flüssiger Form statt. Erst durch Lösungsmittel  entstehen feste Bindungen. Diesen Prozess, die Solvatation, untersuchen ForscherInnen weltweit, und das bald auch intensiv an der RUB. Mit dem ZEMOS ist ein Forschungsbau entstanden, der nicht nur lokal einen der höchstmöglichen Standards erreicht sondern auchden Solvation Sciences ein Heim bietet.

Am östlichen Ende der N-Reihe und mit einer Größe von rund 4000 Quadratmetern wird das Zentrum für molekulare Spektroskopie und Simulation solvensgesteuerter Prozesse künftig ein Aushängeschild der Bochumer WissenschaftlerInnen  sein. Tiefgreifendes Verständnis sei Voraussetzung für die Entwicklung neuer Technologien. „Im ZEOMS werden mehrere Forschungsgruppen unter dem interdisziplinären Grundgedanken zusammenarbeiten“, erklärt Sabrina Kauschke von der Hochschulkommission der RUB. Mit rund 44 Millionen Euro fördern Bund und Land das Projekt.

Zukunftsweisende Erkenntnisse

Die Untersuchung von Löslichkeitsprozessen ist ein Forschungsgebiet, das in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung erlebt hat und ForscherInnen dazu veranlasst, der Solvatation eine zunehmende Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Interessant ist das Gebiet nicht nur für Wissenschaft und Lehre, es spielt auch in der Industrie eine große Rolle. Auf Grundlage von Untersuchungsergebnissen können zum Beispiel Methoden zur Verringerung der Umweltbelastung entwickelt und die industrielle Produktion optimiert werden.

Studis sind eingeladen 

Der moderne Neubau soll viele neue Möglichkeiten bringen. Kooperationen mit den Universitäten Berkley, Cambridge und Yale sprechen für die Qualität, aber auch das Prestige des Projektes. „Der Bau leistet einen wichtigen Beitrag zum Forschungsstandort Deutschland,“, so Kauschke. Die Expertise von 20 Forschungsgruppen kommt hier zusammen. Am Freitag wird das Zentrum eröffnet. Neben Schlüsselübergabe und Eröffnungsreden haben alle  Interessierten auch die Möglichkeit, an kurzen Führungen teilzunehmen und den Neubau zu besichtigen. Eine Anmeldung ist dazu nicht erforderlich. 

:ksz

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