Studierende gründen Arbeitskreis
Solidarität ist keine Einbahnstraße
Symbolbild
Gemeinsame Aktion vieler Fachschaftsräte: Ein Schreiben ans Akafö ging raus.

Semesterbeitrag. Ein Arbeitskreis aus Mitgliedern verschiedener Fachschaftsräte verfasste ein Schreiben an das Akafö, in welchem um genauere Informationen zum kommenden Semesterbeitrag gebeten wird.

Für viele waren die letzten Monate eine schwere Zeit. Auch Studierende litten und leiden unter der Corona-Pandemie und den Maßnahmen, die zu ihrer Eindämmung nötig sind. Bereits schwierige finanzielle Situationen wurden durch das Wegfallen vieler 450 Euro Jobs, die zu großen Teilen von Schüler:innen und Studierenden in Anspruch genommen werden, noch verschlimmert. Staatliche Unterstützung wurde, wenn überhaupt in Form von Krediten oder der bürokratisch aufwendigen Soforthilfe angeboten. Neben den im Alltag anfallenden Kosten steht bald auch wieder die Zahlung des Sozialbeitrags – dieses Mal in Höhe von 335,09 Euro - an. Warum dieser Beitrag trotz eines eingeschränkten Angebots praktisch gleich hoch zum Vorsemester  bleibt, wollten nun ein paar Studierende aus dem Fachschaftsrat Philosophie genau wissen, und wendeten sich um Unterstützung suchend an andere FSRe. Nach und nach kam so ein Arbeitskreis bestehend aus 25 Fachschaftsräten zusammen und ein gemeinsames Schreiben an das Akafö zustande. 

In diesem Schreiben, welches von den im Arbeitskreis gewählten Sprecher:innen ausgearbeitet und gemeinsam mit allen Mitgliedern  finalisiert wurde, wenden sie sich direkt an das Akafö, und erklären eingangs ausführlich die Schwierigkeiten, mit denen sich viele Studierende konfrontiert sehen. Ausführlich verglichen mit denen anderer Studierendenwerke wird daraufhin der Teil des Sozialbeitrags, welcher für das Akafö vorgesehen ist. Dieser beträgt an der Ruhr-Universität 110 Euro und liegt so deutlich über denen anderer nordrhein-westfälischer Universitäten, sowie im stichprobenartigen Vergleich auch über denen anderer bekannter Universitäten in ganz Deutschland. In NRW liegt dieser Unterschied zwischen 10 Euro und 30 Euro. Ebenfalls wird thematisiert, dass das Akafö großzügige, und auch wachsende Rücklagen hat. Dabei berufen sie sich auf Zahlen aus dem Jahr 2018, da der aktuellste, verfügbare Geschäftsbericht aus diesem Jahr stammt. Gleichzeitig stünden den Universitäten und Förderwerken staatliche Mittel und besondere Fonds zur Verfügung. In Anbetracht all dieser Tatsachen bittet der Arbeitskreis, und somit die Unterzeichnenden, das Akafö einerseits darum, die derzeitige Finanzplanung offenzulegen (statt, wie üblich, erst im nächsten Jahr) sowie darauf basierend zu begründen, warum eine Senkung zur Entlastung der Studierenden, zumindest auf den NRW-Durchschnitt, nicht möglich sei. Andererseits bitten sie darum, dass auch unabhängig von der aktuellen Situation aufgeschlüsselt wird, weshalb die Ruhr-Universität den mit Abstand höchsten Beitrag vorzuweisen hat. Besonderer Fokus soll dabei darauf liegen, dass trotz wegfallenden Angebots und somit ausbleibenden Kosten, keine Veränderung des Beitrags stattfand, und ob die hier eingesparten Kosten zum Beispiel stattdessen in Kriseninterventionsmaßnahmen fließen. Die Höhe des Beitrages basiere auf dem Solidaritätsprinzip, ebenso wäre jedoch eine Senkung des Beitrages ein Beweis der Solidarität mit den Studierenden. Zum Abschluss wird erneut darauf hingewiesen, wie auch im restlichen Schreiben bereits deutlich ist, dass es sich hierbei nicht um Schuldzuweisungen handelt, sondern ein Versuch eine offene und konstruktive Kommunikation herzustellen, die bisher über die Social-Media-Kanäle des Akafö nicht vorhanden gewesen sei. Das Schreiben wurde an Manuela Hildebrand von der Unternehmenskommunikation des Akafö, sowie den Geschäftsführer Jörg Lüken gesendet. Eine Kopie erhielt außerdem Rektor Prof. Dr. Axel Schölmerich.

:Jan-Krischan Spohr