Nach Gomringer-Kontroverse: Beschäftigte überstreichen Uni-Fassade
SHKs überstreichen Südfassade
Bild: SHKs ASH, CC-BY-SA 3.0 DE
Protest: SHKs schlagen zwei Fliegen mit einer Klappe. Bild: SHKs ASH, CC-BY-SA 3.0 DE
Protest: SHKs schlagen zwei Fliegen mit einer Klappe.

Protest. An der Alice-Salomon-Hochschule wurde ein neues Gedicht angebracht. Dazu bekannten sich aktuell streikende MitarbeiterInnen in einem Schreiben. 

In der Nacht vom 1. auf den 2. Februar haben studentisch Beschäftigte die Südfassade an der Berliner Fachhochschule mit einem Gedicht überstrichen. Die FH sorgte zuvor mit der Entscheidung, das umstrittene Gedicht „Avenidas“ von Eugen Gomringer entfernen zu lassen, für Kritik. Sowohl AStA als auch Studierendenparlament bezeichneten das Werk als sexistisch und ließen die Studierendenschaft über die Entfernung abstimmen.

Nun griffen Beschäftigte die Kontroverse rund um das Gedicht auf, um über prekäre Ausbeutungsverhältnisse an den Universitäten aufmerksam zu machen. Der Hintergrund: Seit Mitte Januar befinden sich die rund 8.000 studentischen Hilfskräfte an den Berliner Unis im Streik. Ihre Forderungen sind eine grundlegende Verbesserung der Arbeitsbedingungen wie etwa eine Anpassung des Stundenlohns, der seit Jahren bei 10,98 (:bsz 1156) Euro liegt.

Neben diesen Ausbeutungsverhältnissen wollten sie mit ihrer Aktion zugleich die „Normalisierung der alltäglichen Objektivierung von Frauen*“ kritisieren, wie es im BekennerInnenschreiben heißt: „Wir fordern die Hochschule auf, die Interessen ihrer Studierenden ernst zu nehmen und entsprechend zu würdigen.

Sei es bei der Gestaltung der Südfassade oder bei der angemessenen Wertschätzung und somit auch Bezahlung ihrer studentischen Beschäftigten.“ 

:Benjamin Trilling

BOX:

So lautet das neue Gedicht im Wortlaut:

lehre
lehre und forschung

forschung
forschung und tutor*innen

lehre
lehre und tutor*innen

 

lehre und forschung
und tutor*innen
und ein ausbeuter