Ihr geht mit der Welt um, als hättet Ihr eine zweite im Keller
Sensibilisiert Euch!
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Kostet viel mehr als nur den Stückpreis: Fast-Food-Gerichte wie Burger.  Symbolbild
Kostet viel mehr als nur den Stückpreis: Fast-Food-Gerichte wie Burger.

Nachhaltigkeit. Wie kann ich sinnvoll mit Ressourcen umgehen? Für Dr. André Baumeister ist die Auseinandersetzung mit dem Thema notwendig.

Eben einen Burger von der Fast-Food-Kette? Was uns zwei Euro kostet, kostet die Natur wesentlich mehr: Treibhausgase, gerodeter Wald, Bodenverarmung. Ressourcen, die dem Menschen eigentlich seit dem 4. Mai schon gar nicht mehr zustünden (vgl. Info:Box) und eine Tatsache, die den meisten nicht bewusst ist. André Baumeister ist Lehrbeauftragter am Geographischen Institut, Unternehmer und widmet sich unter anderem der Wissenschaftskommunikation und Umweltbildung. Für ihn ist der erste Schritt zu einem nachhaltigen Leben und somit einer Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks eine Sensibilisierung für das Thema. Man müsse anfangen, sich mit dem Thema auseinander zu setzen und sich bewusst werden, was Massentierhaltung, was Fernreisen, was das Pendeln mit dem Auto zur Uni, was das für Spuren hinterlasse 

Ressourcen schützen

Nachhaltigkeit bedeute auch, sich darüber klar zu werden, welche Auswirkungen der tägliche Konsum hat: seien es der Burger von der Fast-Food-Kette, Erdbeeren aus Argentinien oder ein Billigflug nach Italien. Verzicht auf solche Güter führe nicht automatisch zu einer Minderung der Lebensqualität. Eher im Gegenteil: „Es gibt viele Beispiele, die zeigen, dass Verzicht in unserer Konsumgesellschaft nicht zu weniger Glück führt.“ Gerade Studierende könnten durch die überschaubaren finanziellen Verhältnisse eher den Konsum (bewusst) steuern. Die größte Stärke liege aber darin, angeeignetes Wissen zu kommunizieren, wie Baumeister sagt: „Sich aktiv zu engagieren und andere ebenfalls dazu zu motivieren einem nicht mehr zeitgemäßen Konsum den Rücken zu kehren, könnte Berge versetzen!“ Denn: Für Baumeister haben Menschen keine andere Wahl, als ihr (Konsum)Verhalten in Frage zu stellen. „Wir zahlen einen Preis, der nicht den richtigen Kosten entspricht, die unter anderem die Folgekosten der Schäden berücksichtigen. Letztendlich bezahlen unsere Nachfolgegenerationen unsere Billigflüge.“ Sein Tipp: „Bewusstes Handeln!“

:Andrea Lorenz 

Info:Box

Der Earth Overshoot Day, auch „Welterschöpfungstag“ genannt, bezeichne den Tag im Jahr, an dem die Weltbevölkerung für das laufende Jahr über ihre ökologischen Kapazitäten lebt. Konkret heißt das: Seit dem 4. Mai 2018 leben wir auf Kosten der kommenden Jahre. Wir verbrauchen mehr Ressourcen als die Erde in diesem Jahr regenerieren kann. Das errechnete Datum ergibt sich aus dem Verhältnis des ökologischen Fußabdrucks zur globalen Biokapazität, das heißt zu der Menge an global verfügbaren natürlichen Ressourcen.  Im Vergleich hierzu war der „Overshoot Day“ im letzten Jahr am 2. August.

Der Ökologische Fußabdruck beschreibt die Fläche der Erde, die benötigt wird, um sowohl Lebensstil als auch -standard der Menschen unter aktuellen Produktionsbedingungen aufrecht zu erhalten. Darin enthalten sind Flächen zur Produktion von Nahrung, Kleidung, Bereitstellung von Energie und Entsorgen von Abfällen.

Deinen persönlichen Ökologischen Fußabdruck kannst Du unter fussabdruck.de berechnen. 

:ken

 

Tipps um den ökologischen Fußabdruck zu verringern und ein Thermobecher-Experiment vom Nachhaltigkeitsforum findet Ihr hier