Landes-ASten-Treffen: Koordinatorin Sonja Lohf im :bsz-Gespräch
Semesterticket in Gefahr
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LAT-Finanzen gesichert: AStA-Finanzreferent Sven Heintze, LAT-Koordinatorin Sonja Lohf, AStA-Vorsitzender Martin Wilken (von links nach rechts). Foto: USch
LAT-Finanzen gesichert: AStA-Finanzreferent Sven Heintze, LAT-Koordinatorin Sonja Lohf, AStA-Vorsitzender Martin Wilken (von links nach rechts).

Das Landes-ASten-Treffen (LAT) NRW ist neben dem „freien zusammenschluss der studierendenschaften“ (fzs) einer der beiden Dachverbände der Allgemeinen Studierendenschaften (ASten) in Nordrhein-Westfalen. Mit Sonja Lohf (Evangelische Fachhochschule Bochum) und Heraldo Hettich (Uni Bonn) hat das LAT NRW seit Ende August zwei neue KoordinatorInnen. Dies bietet die Chance, die Proteste gegen eine Preiserhöhung des Semestertickets zu bündeln und bei der aktuellen landespolitischen Debatte über den Entwurf eines „Hochschulzukunftsgesetzes“ (HZG) die Belange der Studierenden zu wahren (siehe :bsz-Beitrag „Wohin steuert die Hochschulpolitik“). Im :bsz-Gespräch erläutert Sonja Lohf, was sich die beiden ‚LAT-Kos‘ fürs Wintersemester vorgenommen haben.

:bsz Sonja, erstmal herzlichen Glückwunsch zum frisch unterzeichneten Honorarvertrag! Welche Schwerpunkte hast Du Dir denn zusammen mit Heraldo für die nächsten Monate gesetzt?

Sonja: Danke erst einmal! Wir freuen uns sehr, dass die NRW-ASten Heraldo und mich beim LAT an der Ruhr-Universität am 23.05.2014 gewählt haben. Unser Arbeitsschwerpunkt liegt derzeit auf dem Hochschulzukunftsgesetz. Dieses soll am 11.09.2014 im Landtag NRW verabschiedet werden und wird maßgeblich die Studierenden und das Studierenden in NRW beeinflussen. Heraldo und ich, aber auch die NRW-ASten, haben gemeinsam einen Forderungskatalog entwickelt, in dem wir deutliche Änderungsvorschläge am Gesetz formuliert haben. Andere Schwerpunkte sind aber auch das Semesterticket, Kontakte zwischen den ASten aufzubauen und noch vieles mehr.

Ja, das im Geltungsbereich des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) bereits zum Wintersemester 1992/93 eingeführte Semesterticket ist nicht nur eine der großen Errungenschaften der Studierendenvertretungen im Ruhrgebiet: Seitens des LAT wurde bis Oktober 2007 mit den Verkehrsverbünden über eine Ausweitung des Geltungsbereichs auf ganz NRW verhandelt und das NRW-Ticket nach und nach an zahlreichen Hochschulen im Lande eingeführt. Insbesondere auf Druck des VRR soll die Preisspirale nun jedoch über eine vertraglich vereinbarte Steigerung von drei Prozent jährlich hinaus angezogen werden (siehe :bsz 1005). Wie ist es um die Zukunft des Semestertickets bestellt?

Derzeit leider gar nicht. Bis 2020 soll das VRR-Ticket um 43 Prozent teurer werden. Die Studierenden müssten dann 100 Euro im Semester mehr bezahlen – und das alles nur, damit die Verkehrsbetriebe ihre Misswirtschaft und ihren maroden Haushalt aufbessern können. Um die ASten unter Druck zu setzen, werden nun nach und nach alle bestehenden Verträge aufgekündigt. Ein perfides Mittel der Verkehrsbetriebe, um ihren Willen durchzusetzen. Es geht ihnen nur darum, die Studierenden finanziell auszunehmen. Die neuen Verträge sollen ab dem Wintersemester 2015/16 in Kraft treten. Die ASten wollen auf die Forderungen jedoch nicht eingehen und kämpfen darum, dass die jetzigen Verträge wieder ihre Gültigkeit erlangen… Um Druck aufzubauen, genügen aber nicht nur Pressemitteilungen des LAT NRW und der ASten – wichtig ist, dass auch die Studierenden bei Aktionen mitmachen. Nur gemeinsam können wir den Druck auf den VRR aufbauen!

Auf einem Sonder-LAT zum Semesterticket in Bochum am 16. Juli wurde den LAT-Kos ein Mandat für die politische und öffentlichkeitswirksame Arbeit in dieser Sache übertragen. Begleitend hierzu sollte eine landesweite Kampagne initiiert werden, um den politischen Druck zu erhöhen (die :bsz berichtete). Wie ist der aktuelle Planungsstand?

Als die ersten ASten Heraldo und mich anriefen, wussten wir, dass wir unbedingt die VRR-ASten an einen Tisch holen müssen. Fast alle VRR-ASten waren auf diesem Treffen anwesend. Schnell waren wir uns einig, dass wir die Verträge nicht einfach unterschreiben werden, sondern eine neue Verhandlungsrunde wollen. Die RUB hat ja bereits eine Kampagne gestartet („So nicht, VRR“), und auch an anderen Standorten werden die Studierenden auf die Erhöhung aufmerksam gemacht. Am 10. September 2014 findet in Essen das monatliche Treffen der NRW-ASten statt – auch hier wird das Semesterticket wieder Thema sein und wir werden unsere nächsten Schritte planen.

Herzlichen Dank, Sonja – und uns allen viel Erfolg dabei!

 

 :bsz-INFOBOX

Das Landes-ASten-Treffen (LAT) NRW ist „die einzige legitimierte landesweite Interessenvertretung der Studierendenschaften bzw. Studierendenvertretungen“: „Alle Positionen, Stellungnahmen oder Beschlüsse werden von den ASten einstimmig gefasst. Um dies zu bewerkstelligen, finden wenigstens monatlich Landes-ASten-Treffen statt. Diese Treffen dienen dem internen Austausch, der Befassung mit verschiedenen inhaltlichen Themen, der Beschlussfindung sowie der Planung von gemeinsamen Aktionen. Die Treffen werden abwechselnd von verschiedenen ASten ausgerichtet.“ (www.latnrw.de/lat-blog)

Weitere Infos zum Semesterticket findet Ihr im Netz:
www.studenten-nrw-ticket.de
www.vrr.de/de/service/fragen/semester