Über Legalität und Angebot von Konversionstherapien
Schwul sein ist keine Krankheit
Bild: bena
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Heilbehandlung. In Deutschland sind Konversionstherapien noch legal, Jens Spahn möchte dies nun abschaffen.

Konversionstherapien sind in Deutschland Realität. Verschiedene christliche Vereine bewerben ihre Beratungsangebote im Internet und versprechen schnelle Heilung von einer Krankheit, die gar nicht existiert, denn Expert*innen sind sich schon seit langem einig, dass Konversionstherapie keine Erfolge erzielen kann und zu größeren Schäden führt, so auch der Weltärztebund. Obwohl es reichlich wissenschaftliche Untersuchungen gibt, die belegen, dass Homosexualität keine Heilung benötigt, dauerte es keine halbe Stunde, um auf die Internetseiten des Weißen Kreuzes und dem Institut für dialogische und indentitätsstiftende Seelsorge und Beratung vormals
Wüstenstrom* zu stoßen. Beide Vereine werben für ihre Beratung zum Thema Sexualität. Das gefährliche dabei: Beide sprechen weder von Konversionstherapien auf ihren Internetseiten, noch sagen sie direkt, dass sie diese betreiben. Fest steht aber, wie durch eine Reportage des Journalisten Timm Giesbers gezeigt, dass beide Vereine nach Kontaktaufnahme in ihren Beratungsgesprächen von Erfolgen in der Umpolung Homosexueller sprachen.
Geht man einen Schritt weiter, stößt man dann noch schnell auf Exorzismus-Szenarien von Ärzt*innen und anderen pseudowissenschaftlichen Bestrebungen, Homosexualität auszutreiben.

Dass diese Beratungsangebote gegen jeden existierenden ärztlichen Eid verstoßen, ist dabei noch ein kleineres Übel, denn im Grunde sind diese „Therapien“ medizinische Eingriffe, die zu einer Verschlechterung des Zustandes des Patienten führen können. So einigte sich auch die von Gesundheitsminister Spahn einberufene Kommission auf das Thema. Fest steht, dass dieses Verbot darauf achten muss, dass die jeweiligen Vereine keinen Weg mehr finden, diese Therapien legal anzubieten. Es ist fragwürdig, inwieweit es erlaubt sein sollte, dass fundamentalistisch orientierte Vereine Beratungsgespräche anbieten dürfen, die therapeutische Ansätze verfolgen, unter dem Deckmantel ihrer jeweiligen Ideologien. Religiöser Fanatismus hat in einer demokratisch freien Gesellschaft keinen Platz und sollte so gut es geht erschwert werden.

:Gerit Höller