Manche sind eben gleicher
Schwarze Tränen
Bild:bena
Symbolbild
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Kommentar. Weltweit befinden wir uns in einem Ausnahmezustand, doch wer sind die wirklichen Leittragenden der Pandemie? Es zeichnet sich ab, dass immer mehr Black, Indigenous, and People of Colour (BIPOC) dem Virus in verschiedenster Form zum Opfer fallen. 

„Der Virus kennt keine Nationalität und keine Hautfarbe.“ Eine nette Floskel, die wir in den letzten Tagen immer wieder zuhauf hören durften. Doch ist das wirklich so? Die Medienlandschaft scheint von dem Virus wie besessen zu sein. Dennoch wurde kaum über einen Kommentar des Leiters der Abteilung für Intensivmedizin am Krankenhaus Cochin in Paris Jean-Paul Mira, im französischen TV gesprochen. Dort sagte er: „Warum sollten wir eine Studie, zum Impfstoff, nicht in Afrika durchführen, wo es keine Masken, keine Behandlung und keine Intensivpflege gibt?“. Klingt nicht schlimm, oder? Dass hierbei nicht von einer freiwilligen Studie gesprochen wird, ließ er gekonnt aus und umschreibt dies. Skandalös! Unfreiwillige Menschen für die allgemeine Gesundheit testen lassen, so was schickt sich nicht. Oder?

Ein forscher Mediziner, der unter dem Namen Robert Koch bekannt ist, machte genau dies. So basieren viele Medikamente, die wir heute kennen auf der Testung von Menschen in Kolonialgebieten Jene Experimente waren auch ausschlaggebend für das rassistische Gedankengut der Zeit, dass sogar bis heute noch existent ist. Nur mit dem    Unterschied, dass die Menschen heutzutage, dank des Internets, gegen die Aussagen protestierten und sie somit vorerst ad acta gelegt wurden. Der Kontinent mit 54 Ländern hat, stand 26. April, 1.375 Todesfälle in Bezug auf Corona zu verzeichnen und 30.305  nachgewiesene Infektionen.

Das tollste First World Land der Welt, die USA, hat stand 26. April, 963.379 Menschen, die sich mit dem Virus infiziert haben. Die Tendenz ist steigend und stellt somit das Epizentrum der Pandemie. Faszinierend hierbei ist die Todesrate von Afroamerikaner*innen, die an Covid-19 sterben, denn die ist mehr als überproportional. Allein im Bundesstaat Louisiana in dem rund 32 Prozent der Bevölkerung afroamerikanisch sind, liegt die Sterberate durch den Virus unter dieser Gruppe bei circa 70 Prozent. Ähnliche Zahlen sind auch in anderen Bundesstaaten zu vermerken. Ein Problem, das auch von der regierenden Orange anerkannt wird: „Wir sehen starke Anhaltspunkte dafür, dass Afroamerikaner in weitaus größerem Umfang betroffen sind als andere Bürger unseres Landes … Es ist schrecklich … es macht keinen Sinn, und ich mag es nicht.“ Doch macht es wirklich keinen Sinn, was uns Trump in der Pressekonferenz weismachen wollte? Nein! Die strukturelle Ungleichheit und die Armut in seinem Land, was er wieder Great machen möchte, sorgen für solche Zahlen. Aber das wäre zu einfach, oder? Stimmt, schauen wir auf den  Krankenschutz von Afroamerikaner*innen: Bei rund 13 Prozent der erwachsenen US-Amerikaner*innen ohne Krankenversicherung ist die statistische Wahrscheinlichkeit, dass von ihnen Afroamerikaner*innen nicht krankenversichert sind, doppelt so hoch, als bei anderen ethnischen Gruppen. Scheint alles unerklärlich und schrecklich zu sein, wie Trump jetzt sagen würde. Aber dass die Lebensbedingungen, Jobchancen und struktureller Rassismus einen erheblichen Einfluss auf die Gesundheit haben, wäre zu einfach.

Kennt der Virus nun doch eine Hautfarbe? Wenn man nach China schaut, dann „JA!“.  Dort gehen chinesische Mitbürger*innen auf Virenjagd respektive Menschenjagd. Denn afrikanische Bürger*innen sind schuld, dass sich der Virus weiterhin verbreitet. So ist viel einfacher, sie aus ihren Apartments zu schmeißen und ihnen ihre Papiere wegzunehmen, natürlich mit einer kleinen Prise Gewalt. Ich unterstelle niemandem, im Einzelnen, rassistisch zu sein, doch wenn Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe nicht mehr an Nahrungsmittel kommen oder als Versuchskaninchen gesehen werden, dann stimmt etwas nicht. Vielleicht kennt der Virus keine Hautfarbe, die ausführenden Organe schon! 

:Abena Appiah