Offensive für eine grünere Stadt gestartet
Schotter gegen Schotter
Bild: kjan
Sogenannte „Gabionen“ sind beliebt – Grauer Schotter statt grüne Hecken.

Grünanlagen. In Bochum startet eine Offensive für eine grünere Stadt. Dafür gibt es Geld und Tipps von der Stabsstelle Klima. 

Bochum soll grüner werden! Um das umzusetzen, stellt die Stadt Bochum nun auch Fördergelder zur Verfügung. Begrünung von Dachflächen, Fassaden und andere Maßnahmen, die Flächen ökologisch aufwerten, werden dabei mit 50 Prozent der als förderungsfähig anerkannten Kosten, bis zu einem Betrag von 25.000 Euro pro Antragssteller:in, bezuschusst. Die „Begrünungsoffensive 2021“ der Stabsstelle Klimaschutz soll, wie auf einem kürzlich veröffentlichten Flyer beschrieben, viele positive Effekte für das Leben in der Stadt haben. 

Besonders in Städten ist der Anteil versiegelter Flächen oft hoch. Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung stellt über den Monitor der Siedlungs- und Freiraumentwicklung, auf Basis von durch die Europäischen Umweltagentur bereitgestellten Satellitendaten, Informationen zum Ausmaß der Bodenversieglung zur Verfügung. Nach den Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Berlin liegt NRW laut Zahlen von 2018 mit 9,7 Prozent versiegelter Fläche dabei vorn. In Bochum ist 31,8 Prozent der Bodenfläche versiegelt. Damit gehen jedoch viele Probleme einher. Regenwasser wird durch Versiegelung direkt in Kanalisation geleitet, und kann nicht in den Boden gelangen, was sich negativ auf den Grundwasserspiegel auswirkt. Neben Auswirkungen auf das Mikroklima, wie erhöhte Temperaturen, verringert Bodenversieglung auch die Kohlenstoffaufnahmefähigkeit des Bodens und macht ihn anfälliger für Überschwemmungen und andere Auswirkungen des Klimawandels. Die Begrünung solcher Flächen kann Abhilfe schaffen, und erhöht die lokale Biodiversität. Mehr Pflanzen, weniger blanker Schotter, Teer und Beton sorgen für eine lebenswerte Umwelt für Mensch und Tier. Besonders in Bochum machte das Wohnungsunternehmen LEG von sich reden, als sie Grünflächen an der Alsenstraße abholzen ließen. Das ist bei weitem nicht der einzige Fall und es stellt sich die Frage, ob die Förderung kleiner privater Gärten und Dachbegrünung wirklich ausreicht, um den anderswo stattfindenden Kahlschlag für Neubauwohnungen und andere Projekte auch nur ansatzweise auszugleichen.    

      :Jan-Krischan Spohr