Im Vorfeld der BlauPause sprechen immer mehr studentische Organisationen ihre Ablehnung aus
RUB-Studis machen Front gegen Burschis
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Der VDSt Breslau-Bochum: Der laut „akduell“ „derzeit am offensten rechts auftretende Zusammenschluss“.  Foto: mar
Der VDSt Breslau-Bochum: Der laut „akduell“ „derzeit am offensten rechts auftretende Zusammenschluss“.

Je näher die BlauPause rückt, umso heftiger wird die Burschenschaftsfrage  diskutiert. Das StuPa fasste den folgenden  Beschluss: „Das Studierendenparlament lehnt Burschenschaften, Studentenverbindungen und Corps entschieden ab.“ Das Protestplenum macht mit Flugblättern Stimmung gegen die Verbindungen. Die Fachschaften stimmten am Montag (Ergebnis stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest)  in der FSVK über einen offenen Brief zum Thema ab. Eindeutig Stellung bezog auch die Studizeitung der Uni Duisburg-Essen mit der Schlagzeile: „RUB bietet Burschen Bühne“.

Studentenverbindungen sorgten für Unsicherheit auf der 756. FSVK-Sitzung in der vergangenen Woche. Einerseits wurde eine Verbindung auf ihre Anfrage hin nicht zur Sitzung eingeladen, andererseits wurde sie auch nicht darauf hingewiesen, dass es dazu keiner Einladung bedarf.  Der Vertreter der ev.angelischen Theologie, Jann, wollte die Diskussion und Abstimmung über einen offenen Anti-Burschen-Brief der FSVK um eine Woche verschieben: „Eine Diskussion ist keine, wenn nicht zwei Seiten angehört werden.“

Das Plenum lehnte den Antrag mehrheitlich ab, da der offene Brief sonst nicht rechtzeitig vor der BlauPause abgesegnet werden könne. Jann nannte diese Entscheidung daraufhin „lächerlich“. Die Mehrheit der VertreterInnen in der FSVK sieht das anscheinend anders. Es ist abzusehen, dass der offene Brief beschlossen wird. Das Schreiben ist so differenziert, dass darin nur rassistische, sexistische und ähnliche Verbindungen abgelehnt werden.

StuPa gegen RassistInnen und Verbindungen

Das StuPa der RUB hat sich auf Antrag der Grünen Hochschulgruppe ebenfalls positioniert: Es „fordert den Ausschluss aller rassistischen, sexistischen, homophoben, antisemitischen, behindertenfeindlichen, antifeministischen und sonstiger menschenfeindlicher Gruppen von Veranstaltungen der Universität.“ Und: „Insbesondere Studentenverbindungen jeder Art soll auf universitären Veranstaltungen kein Forum geboten werden. Das Studierendenparlament lehnt Burschenschaften, Studentenverbindungen und Corps entschieden ab.“

Der StuPa-Sprecher Arne Michels (REWI) hat nach der Sitzung eine Beanstandung des Beschlusses „aus rechtlichen Gründen an das Justiziariat geschickt“. Seine Begründung lag zu Redaktionsschluss noch nicht vor.

Daneben haben sich in den letzten Wochen unter anderem die Listen KLIB, B.I.E.R., Linke Liste und Jusos sowie das Protestplenum, die studentische Senatsfraktion und der FSR Mathematik für ein Verbot von Studentenverbindungen auf der BlauPause ausgesprochen. Auch an der UDE wird die Angelegenheit thematisiert, wie ein Artikel der dortigen Campuszeitung „akduell“ zeigt.

Vier Verbindungen noch auf der BlauPause

Nach aktuellem Stand der Dinge sollen die vier für die Blaupause  angemeldeten Verbindungen (die Ubia Brunsviga Paleomachia, die Prager Arminia, das Corps Neoborussia-Berlin zu Bochum und der VDSt Breslau-Bochum) gebündelt vor der Polizei positioniert werden, um sie besser im Blick zu haben. Es gebe „keine rechtliche Handhabe“, sie von der Veranstaltung auszuschließen, heißt es aus dem AStA-Vorstand.

:Marek Firlej

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