Studierende arbeiten an einer Verpackungsalternative für Supermärkte
Revolution gegen Plastik in Supermärkten
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Die fünf Mitglieder der NaturBar: (v.l.n.r.) Steffi Hanzelmann, Steffen Schütler, Miriam Auert, Anastasia Heidorn und Marie Lindemann luden zum Kleidertauschen ein.   Bild: :bena
Die fünf Mitglieder der NaturBar: (v.l.n.r.) Steffi Hanzelmann, Steffen Schütler, Miriam Auert, Anastasia Heidorn und Marie Lindemann luden zum Kleidertauschen ein.

Studierendenprojekt. Im Durchschnitt werden in deutschen Haushalten pro Kopf 220 Kilo Verpackungsmüll produziert. Das Team der „NaturBar“ möchte dies bekämpfen.

Seit 2003 arbeitet Enactus in Deutschland und bietet Studierenden an rund 40 Hochschulen die Möglichkeit, langfristig Lebensqualität und -standard von Menschen zu verbessern. Hierbei stehen den Studierenden nicht nur die Hochschulen zur Seite, sondern auch 30 Unternehmer, die Enactus hierzulande fördern. Ob eine Revolution auf dem Tierfuttermarkt (:bsz 1143) oder ein Hilfsprojekt für LandwirtInnen in Ruanda (:bsz 1166) – das Ziel der Enactus-Teams aus Bochum ist, die Welt im Kleinen ein Stück besser zu machen.

Unverpacktes Einkaufen etablieren

Fünf Studierende der Ruhr-Universität planen mit der „NaturBar“ ein Projekt, das in Supermärkten unverpacktes Einkaufen erleichtert. Dadurch wird weniger Plastikmüll vom Endverbraucher verursacht. Denn allein in Deutschland werden circa 45 Millionen Tonnen Haushaltsmüll produziert, dies schadet nicht nur den Menschen, sondern auch der Natur sowie der Tierwelt. Um die Müllberge zu verringern, werden Trockenprodukte wie Nudeln, Bohnen oder Soja-Snacks in Abfüllsystemen, sogenannte Bulk Bins angeboten. Um den Transport der Ware plastikfrei zu gestalten, gibt es im Supermarkt Bio-Baumwoll-Beutel. „Einen besonderen Mehrwert bietet ein integriertes Sichtfenster, bestehend aus halbtransparentem lebensmittelechten Käseleinen“, meint Marie Lindemann, Mitglied des NaturBar Teams. Durch die Nutzung der einheitlichen Beutel erübrigt sich das Vorwiegen von mitgebrachten Gefäßen. Neben den ökologischen Vorteilen haben die Beutel auch noch einen zweiten positiven Aspekt, der wichtig für die Region und Inklusion ist. In Zusammenarbeit mit einer Bochumer Behindertenwerkstatt werden die Beutel hergestellt. So wurde ein Konzept geschaffen, das nicht nur nachhaltig ist und anlässlich des neuen Plastikverbots der EU einen zukunftsweisenden Weg ebnen kann, sondern bietet auch auf sozialer Ebene neue Optionen.

Infoevent der anderen Art

Und damit das Projekt nicht nur eine Idee bleibt, haben die fünf Unterstützung nötig. Wer nun aber denkt, dass sie nur von Sponsor zu Sponsor gehen, der irrt. Ihnen ist sehr wichtig, den Endverbraucher von Anfang an mit einzubeziehen. Am vergangenen Donnerstag luden sie zum ersten Kleidertausch im Universitätsforum ein. Mit einem Euro Eintritt konnte jede*r, die*der möchte, teilnehmen. „Da wir für eine Zero-Waste-Bewegung und Nachhaltigkeit stehen, kam eine Kommilitonin auf die Idee mit dem Kleidertauschevent. Und so wie es momentan ausschaut, sind wir ziemlich zufrieden“, sagte Steffen Schüttler überzeugt. Man konnte jedoch nicht nur Kleidung tauschen. Die fünf Studierenden informierten die Gäst*innen bei veganen Waffeln und Ingwerlimonade über ihr Projekt und ihr Vorhaben. Am Ende war es für alle Anwesenden ein erfolgreiches Event, so Steffen abschließend.    

 

            :Abena Appiah