Müll auf Reisen
Return to Kanada
Bild: Symbolbild cc0
Entsorgt Euren Siff einfach selber: Unser Müll kommt zurück. CC0
Entsorgt Euren Siff einfach selber: Unser Müll kommt zurück.

Kommentar. „I’m coming home“ sangen 1.300 Tonnen Müll und fuhren nach Hause.

Unerhört. Also wirklich. Da produziert man Unmengen Schrott, Müll, Plastiktüten und lässt Kleinkinder emsig Windeln füllen und will das Gelumpe aus reiner übergroßer Herzensgüte auf die Philippinen schicken, damit die armen Menschen da was zu tun haben. Und was macht das unterentwickelte Fußvolk? Aufstand! Monatelang versucht Kanada, die Philippinen an ihren Platz in der Europäischen Müllkette zu erinnern, doch die machen einfach Terz. Wie unverschämt! Da ist nämlich gar nicht nur Plastikmüll in den 69 Containern Abfall, da ist auch Hausmüll drin und Windeln. Na Mensch, also wirklich Kanada – an Verabredungen muss man sich schon halten.

An dieser Stelle sei eine wirklich ketzerische Frage in den Raum geworfen, die jedes Kindergartenkind beantworten kann: „Wieso zur Hölle entsorgt Ihr Euren Siff nicht einfach selber?“  Eigentlich nicht  die höchste Kunst, einmal darüber nachzudenken. Wenn Ihr nicht mehr Herr Eures Abfalls werdet, sollte in Erwägung gezogen werden, das Problem an der Wurzel zu packen und weniger Abfall zu produzieren, statt das Zeug kilometerweit auf Reisen zu schicken. Aber hey – auch schön, jetzt hat der Abfall was von der Welt gesehen. Und nun fährt er munter wieder zurück nach Kanada. Ein Hoch auf CO2, Erderwärmung und Klimawandel!

Was wird das Ende vom Lied sein? Nobody knows. Aber womöglich wird Kanada das Süppchen jetzt auslöffeln müssen, den Plunder sortieren und einfach doch wieder zurück auf die Philippinen schicken. Ganz schön bescheuert – überall gehen Menschen auf die Straße, um für die Zukunft zu protestieren, andern Orts werden Tonnen Abfall durch die Gegend gekarrt, weil sich niemand dafür zuständig fühlt. Ich würde lachen, wenn es nicht so traurig wäre. Wenn es wegen so etwas zum Krieg kommt (wie die Philippinen drohen), werden Schüler*innen in einigen vielen Jahren vor ihren Geschichtsbüchern sitzen und wohl einfach nur verständnislos den Kopf schütteln.              

:Kendra Smielowski