Ausstellung des Centrums für Religionswissenschaftliche Studien an der RUB und des Bochumer Kunstmuseums
Religion im Bild?
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Tütenwesen: Baby-Jesus als weiße Plastiktüte. Bild: sat
Tütenwesen: Baby-Jesus als weiße Plastiktüte.

Ausstellung. BILD MACHT RELIGION – das Kunstmuseum und Ceres zeigen den Besucher*innen Kontraste und eine alternative Kritik.

Das Centrum für Religionswissenschaftliche Studien an der RUB (CERES) und das Bochumer Kunstmuseum zeigen bis zum 24. Februar 2019 eine internationale Auswahl von Bildern, Plastiken und Installationen rund um das Thema Religion. Klassische Ikonendarstellung und das Präsentieren des „Nicht-Sichtbaren“ treffen hier aufeinander. Vor Beginn des ersten Raumes begegnet einem der fast durchsichtige Perlenvorhang mit hebräischen Buchstaben des israelischen Künstlers Eli Petel. Dadurch schuf er ein „Davor und Dahinter“. Die Grenze zwischen Bild und Schrift ist nicht erkennbar. Grob ist der untere Teil der Ausstellung der Frage nach der Bebilderung in Religionen gewidmet: Die beeindruckende Rauminstallation in arabischer Kalligraphie der iranisch-deutschen Künstlerin Parastou Fourhar vermischt auch hier Schrift und Bild miteinander. Dennoch ist eine Assoziation zu dem Bilderverbot der islamischen Länder unwillkürlich vorhanden.

Kritik woran?

Im ersten Obergeschoss treffen die Besuchenden auf eine kritische Darstellung christlich-religiöser Motive. Dabei lässt die Ausstellung teilweise offen, ob
der*die Künstler*in die Religion kritisiert oder die Darstellungsform wie beispielsweise in der Ikonographie. Ein gutes Beispiel ist Nicola Samorì, der gezielt Ikonoklasmus betreibt und seine eigenen Kunstwerke zerstört.  
Hahns „Tütenwesen“ zeigen auf der Leinwand hingegen Shoppingtüten, die zu Menschen geformt sind und eine zunächst unbestimmte, dann bekannte Szene darstellen. Bei längerer Überlegung wird klar, dass hier die drei „heiligen Könige“, das Jesus-Kind sowie Maria und Joseph gezeigt werden. Dass eine so abstrakte Darstellung eine Assoziation zum Christentum hervorruft, zeigt die allgegenwärtige Präsenz dieser Religion. Ohnehin ist die Ausstellung von christlichen Motiven geprägt, sowohl bei den historischen Belegen als auch bei den kritischen Objekten. Verschiedene Kruzifix-Interpretationen und Abendmahlpräsentationen sind maßgebend im ersten Obergeschoss.

:Sarah Tsah

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