Verschiedenste Emotionen bei Hip-Hop-Festival
Rappen, moshen und heiraten
Bilder: Jan Turek, Collage: kac
 Impressionen vom Festival: Curse, M.O.P., Black Star und unten Asamoah,  R.A., Onyx (obere Reihe v.l.n.r). Bilder: Jan Turek, Collage: kac
Impressionen vom Festival: Curse, M.O.P., Black Star und unten Asamoah, R.A., Onyx (obere Reihe v.l.n.r).

Musik. Tausende Hip-Hop-Fans strömten zum Out4Fame-Festival in Hünxe, um sich an den Talenten von amerikanischen und deutschen RapperInnen zu erfreuen. Im Publikum fieberte auch ein ehemaliger Schalke-Star mit.

Der erste Tag des Festivals wurde weitestgehend geprägt von deutschsprachigen Rappern. Einer von ihnen war Curse aus Minden, der für sozialkritische Texte bekannt ist, auf der Bühne aber auch demonstrierte, dass er raptechnisch zu den Besten gehört. Beim Publikum kam das gut an. Weswegen sich der Künstler sichtlich gerührt zeigte. „Die Leute waren super“, erzählte er uns nach seinem Auftritt: „Ich schreibe emotionale Musik und wenn ich die dann performe und Feedback vom Publikum bekomme, dann ist das nicht nur mein Job, sondern meine Leidenschaft – das, was ich liebe. Wenn ich nicht mehr emotional auf der Bühne wäre, dann würde ich vielleicht aufhören.“ Auch 18 Jahre nach der Veröffentlichung seines ersten Albums ist für ihn ein Leben ohne Hip-Hop unvorstellbar: „Ich bin damit aufgewachsen. Manchmal sage ich scherzhaft ‚Ich habe drei Eltern: eine Mutter, einen Vater und Hip-Hop.‘ Es ist Teil meines Lebens. Die Musik ist immer mit dabei, auch wenn ich Wasserski fahre.“

Vom Hip-Hop im Leben begleitet wird auch der ehemalige Schalke-Profi Gerald Asamoah, der im Publikum war. Er liebt in erster Linie die Hip-Hop-Musik der 1990er Jahre und kam darum vor allem, um die Auftritte von De La Soul und Afrob zu sehen. Letzteren kennt er persönlich. „Ich bin das erste mal dabei und es macht sehr viel Spaß“ lautete dann auch sein Zwischenfazit.

 

Die Liebe...

Der zweite Festivaltag erwies sich als nicht weniger gefühlslastig: Der New Yorker Underground-Rapper R.A. The Rugged Man, der mittlerweile mit seiner deutschen Freundin Reni und den beiden gemeinsamen Kindern in Berlin lebt, überraschte nämlich seine ebenfalls anwesende Partnerin während seines mitreißenden Auftritts mit einem Heiratsantrag. Anschließend erzählte der frisch-verlobte R.A. lachend, wie es dazu kam: Reni hatte ihn vor kurzem bei Instagram unter einem Foto ihren „Boyfriend“ genannt. Das war ihm zu wenig geworden: „It made me feel terrrible. We have a home and babies together and she calls me ‘boyfriend’ on the internet?.“

 

...und die Aggression

Die Highlights des letzten Tages waren die Auftritte von Black Star und Onyx. Insbesondere beim Auftritt von Onyx rastete die Menge aus. Die Fans sprangen wild umher und es bildete sich ein Moshpit, passend zum aggressiven Stil der beiden Rapper Fredro Starr und Sticky Fingaz. Letzterer kletterte während des Songs „Last Dayz“ auf einen hohen Boxenturm und ersterer filmte das Spektakel mit seinem Smartphone, während er selbst rappte. Im Anschluss sprachen wir mit den beiden, die 1993 mit ihrem Song „Slam“ bekannt wurden, darüber, wie sie es schaffen, auch nach vielen Jahren noch für jeden Auftritt ein derart hohes Energie-Level aufrecht zu erhalten. Fredro Starr erzählte uns, dass es dazu dringend notwendig sei, sich körperlich fit zu halten und sich von Stress fernzuhalten. Ans Aufhören denken die beiden jedenfalls noch nicht, schließlich seien etwa die Rapper Rakim, KRS-One und Ice-T noch deutlich älter, erzählt Fredro. Und das Publikum hätte schließlich auch noch nicht genug von Onyx. Das wurde beim Out4Fame 2018 mehr als deutlich. Darauf angesprochen, dass die beiden auch schon  2014 und 2016 auf der Out4Fame-Bühne standen, scherzte Sticky Fingaz nur: „It‘s our Festival!“

:Katharina Cygan & Gastautor :Jan Turek

 
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