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Queer und Intersektional
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Interview. Die Queer-Community ist vielfältig und bunt! Damit wir nicht nur weiße Perspektiven abbilden, hat redakeurin Bena mit Esme,  der Founderin der Black Queer-Comminuty gesprochen!

Wer bist Du, was machst Du und wie sind Deine Pronomen?

Esme: Mein Name ist Esme, aber alle kennen mich eher als E. Meine Pronomen sind Sie/Ihr (She/Her). Ich bin Founderin der Online Plattform BlackQueerGermany und konzentriere mich darauf, Safe Spaces für die Schwarze Queere Community in Deutschland zu schaffen. Gleichzeitig bin ich in der Reiseindustrie tätig und habe über meine Ausbildung als Hotelfachfrau mein Talent für Organisation wie auch für die Planung von Events entdeckt. Außerdem manage ich die südafrikanische Künstlerin Zani Sizani … 

Was war Deine Intention, einen Safe space für Schwarze Queere Menschen zu gestalten?

Tatsächlich gab es für BlackQueerGermany nie wirklich eine Intention. Am Anfang wollte ich einfach nur Memes posten, Leute etwas zum Lachen bringen und eventuell auch kleine Diskussionen/Unterhaltungen starten. Ich selbst identifiziere mich als lesbisch und konnte nach meinem „Break-out“ aus der Heterosexualität mich nicht wirklich in einen Space begeben, in dem ich mich mit anderen Queeren Schwarzen Menschen in Deutschland identifizieren und austauschen konnte. Das hat mich persönlich vor allem mental sehr beschäftigt. Auch wenn wir in unserer Community uns scheinbar alle gegenseitig irgendwie kennen oder miteinander verbunden sind, gab es nie wirklich diesen exklusiven Raum, in dem wir als Community zusammenkommen konnten und auch einfach mal kurz abschalten, genießen aber auch einfach offen reden können. Nach einer langen Pause von den Sozialen Medien, schienen diese neue „Online Welt“ viele Menschen zu sehen, aber dieser so genannte Space für Queere Schwarze Menschen in Deutschland hat leider komplett gefehlt. Ich glaube, mit dem Unterbewusstsein von meinem kleinen Talent und meiner Leidenschaft, Menschen zusammen zu bringen und offensichtlich meinem verzweifelt sein, entstand die Idee. 

Welche Aktionen/Projekte machst Du? Und wie sehen die aus?

Ganz ehrlich, ich habe selbst aktuell eher weniger einen „Kalender“, dem ich folge. Ich plane meistens eher kurzfristig und sehr nach Bauchgefühl, um auch einfach die Räume kleiner und persönlicher zu halten. Trotzdem gibt es aber natürlich auch Events, wo ich etwas früher ankündigen kann, was ansteht. Aktuell passiert das meiste in Berlin, da ich selbst in Berlin lebe. Allerdings habe ich schon einige Nachrichten bekommen, doch bitte auch in andere Städte zu kommen und das wird definitiv auch bald passieren. Meine Events basieren normalerweise auf Spenden, ob von Allies, der Community oder mir selbst, wir können alle gemeinsam dazu beitragen, diesen Ort für all diese Menschen zu schaffen. 

Welche Rolle spielen Schwarze Menschen in der Queer-Community?

Ich denke, es ist wichtig, dass vor allem wir als Queere Menschen, egal woher man kommen mag, nicht vergessen dürfen, wo unsere Rechte herkommen. Wir könnten ohne Schwarze Transgendered People nicht die Rechte oder das Leben haben, welches wir aktuell haben oder leben. Und trotzdem werden wir immer noch in gewissen Ländern als Kriminelle gesehen oder/und verfolgt, obwohl der Staat ja so „inklusiv“ und „unterstützend“ tut. Es ist wichtig, dass wir verstehen, wie wichtig Schwarzen Queere Menschen nicht nur für die Community, aber auch für unsere Gesellschaft sind.

Wie gehst Du mit Vorurteilen um?

Vorurteile sind menschlich, es kann passieren.  Es ist nur eine Frage, ob wir daran festhalten oder ob wir unsere Köpfe demgegenüber öffnen und neues nicht nur lernen müssen, aber auch wollen.

Gibt es Kritik an der Queer-Community?

Es gebe wirklich viel zu sagen, was unsere generelle Queere Community angeht. Aber ich möchte eine Sache etwas mehr hervorheben. Der Support für weiße Queere Menschen von vielen Seiten ist sehr stark, sobald es um Queere Themen geht oder den besten Monat im Jahr (Juni because it‘s PRIDE!). Dabei scheint aber leider die Sichtbarkeit für Schwarze Queere Menschen komplett in den Untergrund zu geraten. Als Cis-Gendered Schwarze Womxn of Color, bin ich mir bewusst, auf wessen Schultern ich stehe. Und du so?
Ich würde mir wünschen, dass weiße Queere Menschen wie aber auch Allies, Freunde, Heterosexuelle Menschen wie auch Firmen und Marken mehr Sichtbarkeit für uns schaffen und auch Spaces wie BlackQueerGermany mehr unterstützen. Unsere Geschwister haben damals diesen Aufstand nicht gehabt, um am Ende mal wieder weißen Menschen Profit zu bringen und scheinbar unsere Existenz komplett in den Hintergrund drängen. Auf dieser Welt und in unserer Gesellschaft gibt es genug Platz für uns alle, somit kann es nicht am Platzmangel liegen.

Was würdest Du Dir für die Zukunft wünschen für die nächste Generation of Black Queers?

Heilung. Ich wünsche meinen Geschwistern, die in der Generation nach mir aufwachsen, Heilung. Heilung von dem Trauma, das die Generationen vor uns wie auch meine Generation gesehen und erlebt hat. Ich wünsche mir für Euch, dass Ihr weiterhin das schönste Lächeln tragt und euch nicht von dieser Welt unterkriegen lasst. Diese junge Generation hat einen starken Rücken und eine unglaublich starke Energie. Ich vertraue meinen Geschwistern, dass wir gemeinsam diese Welt zu einem Ort für uns und jeden anderen schaffen können. Etwas, was bis heute leider in dieser Gesellschaft nicht immer so geklappt hat, könnte sich mit dieser Generation für diese Welt ändern.

:Abena Appiah