Prokurdische Demo in Düsseldorf verläuft weitestgehend friedlich
Protest gegen Repression
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Protest an Erdoğans Minderheitenpolitik: Junge Kurdinnen sind bei Protesten besonders aktiv, wie hier in Düsseldorf.Foto: sat
Protest an Erdoğans Minderheitenpolitik: Junge Kurdinnen sind bei Protesten besonders aktiv, wie hier in Düsseldorf.

Nach Polizeiangaben waren etwa 3.500 Personen am vergangenen Samstag in Düsseldorf an der pro-kurdischen Demonstration beteiligt. Die Veranstaltung verlief überwiegend friedlich. Es waren TeilnehmerInnen aus ganz Europa dabei.

Die Proteste der KurdInnen und ihrer UnterstützerInnen zielten diesmal gegen die „Kriminalisierungspolitik des deutschen Staates gegen kurdische zivile Organisationen“. Vermehrt sollen Hausdurchsuchungen und Razzien bei kurdischen Sport- und Jugendvereinen sowie Festnahmen von Privatpersonen in Deutschland stattgefunden haben. Desweiteren forderten die Demonstrierenden die Aufhebung des seit 1993 bestehenden Verbots der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), die Freilassung des in der Türkei seit 1999 auf lebenslang inhaftierten PKK-Führers Abdullah Öcalan, die Anerkennung Kurdistans und die Freilassung aller politischen Gefangenen in der BRD. Unterstützend vor Ort war die DKP (Deutsche Kommunistische Partei) und die VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der AntifaschistInnen).

Organisiert wurde die Demo von den kurdischen Jugendvereinen „Cîwanên Azad“ und „Jinên Ciwanên Azad“ sowie von NAV-DEM, dem „Demokratischen Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Deutschland“.

Solidarität mit politischen Gefangenen

Zurzeit befinden sich neun kurdische Aktivisten in deutschen Gefängnissen. Ihnen wird vorgeworfen, zum deutschen Kader der als terroristisch eingestuften PKK zu gehören und im Zuge dessen bei der Mobilisierung und Organisation von kurdischen Demos beteiligt gewesen zu sein. 

Mit Gesang und Tanz zur Akzeptanz

Die Demo verlief die meiste Zeit friedlich. Mit viel Musik, Tanz, guter Stimmung, fleißigem Flagge-Wehen und lauten Parolen erhoben die DemonstrantInnen ihre Forderungen. Kurze Schwierigkeiten bereiteten lediglich einzelne DemonstrantInnen mit bunten Rauchbomben – sie wollten die Farben der kurdischen Fahne erscheinen lassen.

:Sarah Tsah

 

 

INFOBOX

Arbeiterpartei Kurdistans (PKK): Seit 1993 in Deutschland als terroristische Vereinigung eingestuft und unterliegt dem Bestätigungsverbot. Ihr AnhängerInnenpotenzial beträgt hierzulande rund 14.000 Personen. Ziel der Organisation ist eine größere politische und kulturelle Eigenständigkeit der KurdInnen in ihren Herkunftsländern, vor allem in der Türkei, in Syrien und im Iran. Dieses Anliegen wird politisch und kulturell, aber auch sehr militant verfolgt, bis hin zum Guerilla-Krieg. 

Kurdische Jugend: Spielt eine große Rolle – wird von der PKK als „Avantgarde des Befreiungskampfes“ bezeichnet. Die Organisation der Jugend ist gut strukturiert. Fast jede größere Stadt betreibt einen Orts- und/oder Studierendenverein. Die Studierenden-Dachverband heißt YXK. Aufgaben sind Organisation von Demos, Seminaren, kurdischen kulturellen Veranstaltungen, Infoständen etc.

 

 

 

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