Schimmel in der KiTa – Aufschieben bis es nicht mehr geht
Prokrastination beim BLB

Kommentar. 70 Kinder sind in einer Kindertagesstätte (KiTa) Schimmel ausgesetzt. Wie der Nachwuchs das Prokrastinieren lernt.

Schimmel in den Ecken, undichtes Dach, ein Heizungsrohr, das sich durch das Eigengewicht einen Weg durch die Wand bricht. Zustände, die in der Kindertagesstätte KiTag vom Akafö aktuell noch vorherrschen. Die Gründe? Das Akademische Förderungswerk kann nichts tun. Als Mieter der Räumlichkeiten darf das Studierendenwerk keine Sanierungsmaßnahmen ergreifen. Das liegt in der Verantwortung des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW (BLB). Falls sie es doch getan hätten, wäre mit Ärger vonseiten der Behörde zu rechnen. 

Bei allem Verständnis für die hektischen Bürojobs und das harte Dasein als VerbeamteteR: Bei der Gesundheit der Folgegeneration darf so etwas nicht passieren. Schimmel wächst nicht von heute auf morgen. Warum muss der Ton immer erst verschärft werden, damit etwas passiert? 

Lernen von den Besten

Die Kinder in der KiTa sind die SchülerInnen von morgen, die AkademikerInnen von nächster Woche. Von wem sollen die Zwerge und Zwerginnen lernen, dass aufgetragene Aufgaben sofort oder mindestens zeitnah zu erledigen sind, wenn man es ihnen nicht vorlebt? Seit langem liegt das Akafö dem BLB in den Ohren. Dort ist das Problem bekannt, es wurde und wird weiter nach Lösungen gesucht. Der BLB kommt aber erst dann aus dem Quark, wenn Akafö-Geschäftsführer Jörg Lüken ungehalten wird.

Vielleicht sollten die Verantwortlichen vom BLB sich einmal vor Augen führen, was sie selbst tun würden, wenn ihre Kinder in der Situation wären. Ich bin mir sicher, dass niemand in die Bedrängnis geraten möchte, auf die Frage „Mama, warum habe ich Asthma?“ des eigenen Kindes mit „Nun ja, damals, als du noch in der KiTa warst, hatten die Leute beim BLB gerade Kaffeepause, als die Beschwerde über den Schimmel kam“ antworten zu müssen.

Hinter alldem steckt ein wiederkehrendes Muster: Aufschieben, bis einem/einer der Arsch auf Grundeis geht. Bis ein bissiger Geschäftsführer am Tor steht und bellend mit Konsequenzen droht.

:Kendra Smielowski