Kommentar: 50 Jahre RUB: Staatsoberhaupt Gauck hält Ansprache beim Festakt der BlauPause
Präsident und Prominenz zeigen Präsenz
Illustration: alx; Foto: Wikimedia Commons / Kleinschmidt
Bundespräsident Gauck stattete der RUB zum 50. Jährigen Bestehen einen Besuch ab. Illustration: alx; Foto: Wikimedia Commons / Kleinschmidt
Bundespräsident Gauck stattete der RUB zum 50. Jährigen Bestehen einen Besuch ab.

Die Eröffnung der BlauPause startete mit dem Festakt unserer Alma Mater. Zum Kreis der Eingeladenen zählten namhafte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Neben regionalen Größen, wie Bochums Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, hielt insbesondere Bundespräsident Joachim Gauck eine wertschätzende Rede. Im Fokus seiner Ansprache lag die positive Entwicklung unserer Ruhr-Uni in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Es war ein gelungener Festakt. Am Samstag, den 6. Juni, konnten die ersten GästInnen ab neun Uhr das Audimax betreten. Zurzeit ist der größte Hörsaal der RUB mit dem rot-leuchtenden Schriftzug „How love could be“ (der zuvor am Bergbaumuseum hing; siehe :bsz 993) geschmückt und empfing rund 1.300 GästInnen.

Zu diesen zählten vor allem solche, die die Ruhr-Universität mitgeprägt haben oder dies bis heute tun. Besonders geehrt wurde unsere Bildungseinrichtung durch die Anwesenheit von Würden- und AmtsträgerInnen. So nahmen zum Beispiel der Bundestagspräsident Norbert Lammert oder der Bischof des Bistums Essen Franz-Josef Overbeck auf den samtigen Sitzen des Audimax Platz. Zur Freude des Bundespräsidenten saß zudem der ehemalige Rektor und Bundesratspräsident Kurt Biedenkopf in der Reihe der GästInnen.

Gaucks Ansprache

Joachim Gauck war es auch, der die erste Ansprache des Tages hielt und mich mit dieser überraschte. Frei von Klischees, ohne überhöhten Idealismus und mit präzise dosiertem Humor sprach er über eine Vielzahl von Themen, die eng mit der Ruhr-Uni verbunden sind.

Passend zum Jubiläum beschäftige sich seine Rede zu Beginn mit dem Wandel der RUB. Die Universität habe das Ruhrgebiet und Bochum in den vergangenen 50 Jahren mitgeprägt und täte dies als größter Arbeitgeber und Bildungseinrichtung Bochums bis heute: „Immer wieder wurde sie zur Vorreiterin neuer Entdeckungen. Dass Innovationskraft und Reformwille auch in jüngster Zeit ungebrochen sind, selbst dann, wenn nicht jeder sofort zustimmt, davon zeugt die frühe fächerübergreifende Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge. Ich will jetzt nicht anfangen, das zu diskutieren.“ Breites Gelächter mit Applaus. „Sorry Herr Rektor – das stand nicht im Text.“

Bildung als Bürgerrecht

Mit den Worten von Ralf Dahrendorf „Bildung ist Bürgerrecht“ thematisierte der Bundespräsident zudem die Durchlässigkeit des Bildungssystems: „Es ist doch gerade die Aufgabe guter Bildung, deutliche Unterschiede auszugleichen und Durchlässigkeit zu ermöglichen.“ Darin sieht Gauck eine der wichtigen Aufgaben der Gegenwart, denn „ob jemand ein Studium aufnimmt, das hängt vielfach davon ab, aus welchen familiären Verhältnissen er stammt. Herkunft entscheidet also in unserem Land immer noch zu oft über Zukunft. Und damit wollen wir uns keineswegs abfinden.“

Seiner Rede konnte ich tatsächlich im Ganzen zustimmen, genauso wie der Themenwahl, die das lebenslange Lernen als eins von wenige Idealen verstärkt betonte. Grade als Student, der über den zweiten Bildungsweg sein Studium gefunden hat, ist mir das ein wichtiger Punkt.

:Alexander Schneider