Kleinkunststätten an der RUB bis auf den letzten Platz gefüllt
Poetik und Pointen
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Mit Bier und Gesellschaftskritik zum Sieg: Rainer Holl entschied den Campus Slam im KulturCafé für sich. Foto: alx
Mit Bier und Gesellschaftskritik zum Sieg: Rainer Holl entschied den Campus Slam im KulturCafé für sich.

Die Vorverkaufskarten der Solo-Show „Du hast dich voll verändert“ von Özcan Cosar waren innerhalb eines Tages vergriffen, die Schlange an der Abendkasse war lang. So war das Audimax mit circa 1.500 ZuschauerInnen am vergangenen Mittwoch proppenvoll – und die Show kam auch gut an, sodass sich das Warten gelohnt haben dürfte. Am darauffolgenden Tag fand der zweite Campus Slam des Semesters statt, der das Publikum im ebenfalls ausverkauften KulturCafé genauso überzeugte wie sein großer Bruder im Audimax.

Vor dem Audimax war eine riesige Menschenschlange zu sehen, die bis an die UB reichte. Die Nachricht, dass Özcan Cosar eine Soloshow im Audimax geben werde, sorgte bereits am ersten Tag des Vorverkaufs für einen riesigen Ansturm – kurz darauf waren fast alle Karten vergriffen. Um noch eine der wenigen Restkarten an der Abendkasse zu bekommen, standen deshalb einige der ZuschauerInnen schon früh an.

Dieses lange Warteprozedere stieß manchen BesucherInnen negativ auf, obwohl sich die VeranstalterInnen um einen reibungslosen Ablauf bemühten, wie AStA-Kulturreferentin Nur Demir erklärt: „Um einen kontrollierten Einlass zu ermöglichen, entschieden wir uns dazu, bereits zwei Stunden vor der Show mit dem Einlass zu beginnen.“

„Leider mussten wir beim Einlass eine Taschenkontrolle durchführen“, so Nur weiter. „Der Grund hierfür ist das Nahrungsmittelverbot im Saal und das erhebliche Mehr an Vorkehrungen und Kosten, wäre dies innerhalb des Audimax gewesen. Wir bitten um Verständnis.“ Bei zukünftigen Veranstaltungen sollen weitere Eingänge geöffnet werden, um Frustration vorzubeugen, versichert die Kulturreferentin.

Stand-Up und Tanz

Özcan Cosar überzeugte das Publikum von Anfang bis Ende. Während er über Selbstfindung zwischen deutscher und türkischer Kultur, zwischen einer Zukunft als Kellner und einem Leben als Fitnesstrainer sinnierte, überraschte er das Publikum immer wieder. So zeigte er eine Breakdance-Ballett-Crossover-Einlage, verloste Show-DVDs und stand für ein „Meet and Greet“ am Ende der Show vor den Handykameras der ZuschauerInnen.

Organisiert wurde der Abend – dessen Kosten im vierstelligen Bereich lagen – vom AStA, der RUB-Veranstaltungsagentur UNIversaal, dem AAR (Autonomes AusländerInnenreferat) und dem KulturCafé. Weil die OrganisatorInnen die Veranstaltung stark bezuschussten, kosteten die Tickets nur ein Drittel vom üblichen Eintrittspreis.

Erfolgsrezept beim Poetry Slam: Bier und Achtsamkeit

Beim Campus-Slam im KulturCafé am Tag darauf war es zwar weniger geräumig, aber dafür poetischer und vielfältiger. Zudem war das Publikum näher an den acht KünstlerInnen dran, unter die sich auch :bsz-Redakteur Marek als Marock Bierlej sowie RUB-Studentin Felicitas Friedrich gemischt hatten. Letztere setzte sich mit drei anderen Slammern bis ins Finale durch.

Letztlich konnte der Dortmunder Rainer Holl den lautesten Applaus und damit den Sieg einheimsen – noch vor Lennart Hamann aus Hamburg, der in der Vorrunde mit seiner Hymne an Hufflepuff das Publikum Begeisterungsstürme auslöste. Rainers Vorrundentext kannten manche von seiner Bier­slam-Moderation von vor drei Wochen (siehe :bsz 1072), während er sich in der Endrunde mit seiner Poesie über Achtsamkeit den ersten Platz holte: „Jack Wolfskin: ‚Draußen zu Hause‘ – sag das mal einem Obdachlosen!“ Gesellschaftskritische Zeilen, die sich definitiv ins Gedächtnis einbrannten.

:Die Redaktion

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