Erneuerbare Energien für NRW
Pinkwart fordert Windstrom
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Mehr Windkraft in NRW: Durch Flächennutzungspläne und Regelung der schwarz-gelben Koalition nicht einfach. Symbolbild
Mehr Windkraft in NRW: Durch Flächennutzungspläne und Regelung der schwarz-gelben Koalition nicht einfach.

Ökostrom. Eine Verdoppelung der Windkraftenergie soll in den kommenden Jahren angestrebt werden. Doch dem stehen Regelungen, die von der Landesregierung selbst stammen, entgegen.

Der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) gab jüngst bekannt, die aus Windkraft erschlossene Energie im Land NRW in den kommenden Jahren verdoppeln zu wollen. Damit soll die niedrige Ökostrombilanz des Landes allmählich ausgeglichen werden. Doch dies ist nicht so einfach. Die von Pinkwart erwähnte Verdoppelung bedeute eine Aufstockung der Windkraft-Kapazitäten um 1.200 Megawatt. Verbände wie der Landesverband Erneuerbare Energien (LEE) stehen dem kritisch gegenüber. Denn durch Regelungen der schwarz-gelben Landesregierung ist dies schwieriger als gesagt. So sollen mindestens 1.500 Meter Abstand zwischen Windkraftanlagen und Wohnhäusern bestehen. Zusätzlich zu Einschränkungen des Windradbaus in Waldgebieten und sogenannten Vorrangflächen fielen so, laut Einschätzung des LEE, mehr als 90 Prozent der Landesfläche für den Bau von Windrädern weg, wie der Verband dem WDR mitteilte. Auch die SPD erachtet die Verdopplung der Windkraftenergie – es würden etwa 400 neue gebraucht – in Anbetracht der Regelung für unrealistisch: „Um die angestrebte Verdoppelung des zuletzt massiv eingebrochenen Ausbaus der Windenergie hinzubekommen, ist die 1.500-Meter-Abstandsregel nicht zu halten“. Dem schlossen sich die Grünen an. Im Ranking der Bundesländervergleichsstudie zu Erneuerbaren Energien der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) aus dem Jahr 2017 erhält Nordrhein-Westfalen nur den zehnten Platz.

Protest gegen Windräder

Bereits in der Vergangenheit gab es Proteste gegen neue Windkraftanlagen, beispielsweise im Zuge des Projekts „Windpark im Reichswald“ nahe der Gemeinde Kranenburg im Kreis Kleve, bei dem zwölf Anlagen gebaut werden sollten. Durch einen neuen Regionalplan wurde das Projekt nach dem Widerstand von Aktivist*innen im Zuge einer Bürger*inneninitiative gestoppt. Die Bürger*inneninitiative richtete sich gegen die dafür notwendig gewesene Rodung von Bäumen und den Profitehrgeiz der Investor*innen.              

                                                                    :Stefan Moll

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