Premiere Premiere!
Noise. Das Rauschen der Menge
Bild: Nicole Marianna Wytyczak
Dunkle Kulissen - Geräusche als einzige Wahrnehmungsquelle.

Theater. Am Samstag, dem 02. September, war die Premiere von Noise. von Manuela Infante in den Kammerspielen des Schauspielhauses.  

Geräusche können unterschiedliche Namen wie Lärm oder Rauschen tragen und unterschiedlich konnotiert sein. In diesem Theaterstück wird viel mit Geräuschen gearbeitet. Zum einen Gespräche verschiedenster Art und auf verschiedenen Ebenen, die Weitergabe von Gerüchten und Nachrichten wird thematisiert und auch die Geräuschkulisse der Aufstände, die sich 2019 in Santiago de Chile zugetragen haben. 

Dort lebt die Theaterautorin und Regisseurin Manuela Infante. Der Auslöser der Proteste war die geplante Erhöhung der U-Bahn-Preise, wodurch sich Demonstrant:innen landesweit zusammenschlossen, um gegen die soziale Ungleichheit und für nun erfolgende Verfassungsreformen auf die Straße zu gehen , ohne dabei klare hierarchische Strukturen zu etablieren. 

Das Stück ist geprägt von Wechselspielen der klaren Soundkulisse mit klarem Bühnenbild zu verzerrten Tönen und rumorender Bühne. Diese teilweise herrschende Verwirrung auf der Bühne überträgt sich auf das Publikum durch die intensive Schauspielart der Hauptdarstellerin Gina Haller, welche sich mit einem Soundpedal auf der Bühne befindet. Dabei verirrt man sich zunehmend in den vielen sich überlagernden Geräuschen wie in einem Wald aus Beinen. 

Das Licht in diesem Stück nimmt verschiedene Ebenen an, ebenso wie die Schatten, sodass man Ursprung und Ende nicht mehr zu erkennen vermag. Diese eigenartige Fähigkeit der Bühne wird in den hallenden Tönen fortgesetzt. Mit an Zerstörung und Unruhe erinnerndem Sound soll wohl eben dies an die Straßen Santiago de Chiles geknüpft werden. Man hört von verwirrend unterschiedlichen Orten Stimmen, Schreie und Meinungen oder Kritik zu den Aufständen. Zu anderer Zeit wird durch Geräusche die Stille hervorgehoben und an manchen Stellen wird sogar die vierte Wand geöffnet. 

Es ist skurril, aufregend, mitreißend, verwirrend und es versteht. Daher eine klare Empfehlung für alle, die nach einem Stück das Bedürfnis haben, darüber zu reden und mehr zu erfahren, wobei zugleich das kulturelle Bedürfnis eines Abends vollends befriedigt wird. 

Für alle Studis und gerade die Erstis sei gesagt, dass die Möglichkeit besteht, im Schauspielhaus an der Abendkasse kostenfreie Tickets zu erhaschen und bei vorausgehender Sitzplatzbuchung reduzierte Preise vorzufinden sind.        

  :Lukas Simon Quentin