Hippe Gefahr von Rechtsaußen
Nipster auf dem Campus?
Screenshot: juma
IB RUB?  An der Uni soll nur das neue Gebäude der Ingeneurswissenschaften diesen Namen tragen. Screenshot: juma
IB RUB? An der Uni soll nur das neue Gebäude der Ingeneurswissenschaften diesen Namen tragen.

Politik. Die sogenannte „Identitäre Bewegung“ (IB) zeigt verstärkt Präsenz auf dem Campus der Ruhr-Universität und der Hochschule Bochum. Dagegen formiert sich breiter Widerstand. Auch an der Ruhr-Universität schaut man nicht tatenlos zu.

Die Sticker und Flugblätter tragen Botschaften wie „Multikulti ist eine Lüge“, „Merkel muss weg“ oder „Nafri go home“ und wurden in den letzten Wochen zu hunderten an der Ruhr-Uni und darüber hinaus gesichtet. In den meisten Fällen tragen sie das Symbol der selbst ernannten „Identitären Bewegung“, manchmal jedoch auch das der Jungen Alternative, der Jugendorganisation der Alternative für Deutschland. Den linken Listen im Studierendenparlament sind die „Identitären“ schon lange ein Dorn im Auge, daher wurde bereits im Juli von GRAS, Linker Liste, der Juso HSG und dem DGB ein Vortrag zur „IB“ und der Neuen Rechten organisiert (:bsz 1135). Nun zog der AStA nach und lud den Referenten Lenard Suermann von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus NRW zu einem Vortrag an die Ruhr-Universität. Etwa 30 Personen folgten dem Vortrag Suermanns und ließen sich zu den „Identitären“ informieren. Zwischen Ethnopluralismus, einem Europa der Nationen und dem angeblichen Kampf gegen eine Islamisierung Europas stehen die jungen VertreterInnen der Neuen Rechten der AfD in nichts nach und so ist es weder verwunderlich, dass in Bochum Sticker der Gruppe direkt neben AfD-Stickern zu finden sind noch dass teils führende JA-Kader Mitglied der „IB“ sind.

IB RUB?  

Auf Twitter, neben anderen sozialen Netzwerken eines der Haupthandlungsfelder der „Identitären“, gibt es seit einigen Wochen einen Account mit dem Namen „Identitäre Bewegung (RUB)“. Auf Nachfrage der „Antifaschistischen Aktion Bochum“ auf Twitter, ob es für die RUB „klar geht“, erwidert das Social-Media-Team der RUB, dass dies „in keinem Fall klar“ gehe. Auf Nachfragen bei Jens Wylkop, Pressesprecher der RUB, bestätigt dieser, dass die Uni nicht mit der Nutzung des Namensbestandteils einverstanden und der Account bei Twitter gemeldet worden sei. Der Fall werde weiter beobachtet. Auch im Zusammenhang mit vermehrt auftauchenden Stickern habe man bereits reagiert: Das Dezernat 5.I sei mit dem Entfernen entsprechender Aufkleber beauftragt worden. Zum allgemeinen Umgang mit rechter Gesinnung auf dem Campus lässt Wylkop verlauten, dass sich die Uni von „jeglicher radikalen oder extremen politischen Gesinnung distanziert.“ Man bekenne sich „eindeutig zum Leitbild der Weltoffenheit.“

Eigeninitiative 

Linken und antifaschistischen Studierenden geht das Engagement der Universität nicht weit genug, sie legen lieber selber Hand an, um Propaganda rechter Gruppen zu entfernen. „Die Uni muss ein toleranter und weltoffener Raum sein. KeinE StudentIn darf sich aufgrund der eigenen Lebensweise oder vermeintlicher Herkunft, aufgrund des Glaubens oder der sexuellen Orientierung bedroht fühlen“, betont ein antifaschistisches Mitglied der RUB, das anonym bleiben möchte. Man wolle nicht warten, bis das Gebäudemanagement die Arbeit aufnehme, daher sei die einzige Möglichkeit, selbst aktiv zu werden und rechten Gruppen und Personen zu zeigen, dass an der RUB kein Platz für solcherlei Gedankengut sei. Unterstützung bekommen die AntifaschistInnen durch das Studierendenparlament, das sich in gleich mehreren Anträgen für eine aktive Einmischung gegen Rechts ausspricht.

:Justin Mantoan

Lest dazu den Kommentar von unserem Redakteur Benjamin