Uniklinik verleumdet Gewerkschaft
Nicht spalten lassen!

Kommentar. Die Leitung der Uniklinik Essen denunziert die ver.di. Spaltungsversuche darf die ArbeiterInnenklasse nicht hinnehmen.

Der Direktor wirft den Streikenden die Gefährdung von Menschenleben vor, die Klinikleitung schaltet großflächig Zeitungsanzeigen. Mit derartigen Aktionen soll Stimmung gegen die Gewerkschaft und die Streikenden gemacht werden. Ein solches Vorgehen ist bekannt, oft jedoch aus Geschichtsbüchern, nicht von Tarifverhandlungen und modernem Arbeitskampf. Es ist gut und richtig, dass die ver.di den Vorwurf der mutwilligen Gefährdung nicht unkommentiert auf sich sitzen lässt. Vor allem vor dem Hintergrund, dass eine Notfallversorgung zu jedem Zeitpunkt der Warnstreiks gewährleistet ist – ver.di und Klinik haben eine Vereinbarung getroffen – sind derlei Behauptungen seitens des Managements eine Unverschämtheit und ein fast streikbrecherischer Spaltungsversuch. 

„Streiks lösen keine Probleme“ 

Nein, Herr Werner? Vielleicht nicht in erster Linie. Vielleicht machen Streiks erst einmal auf Probleme aufmerksam. Aber müssen Streiks überhaupt Probleme lösen? Sind sie nicht eher Mittel, um soziale Sicherheit und Gerechtigkeit zu erzwingen? Im Grunde ist es schön, zu sehen, wenn diejenigen, die die Produktionsmittel innehaben, vor einem Streik erzittern, sich verzweifelt heraus winden wollen. Aber wenn derlei Versuche in der Spaltung der ArbeiterInnenschaft münden würden, wäre es fatal. Glücklicherweise ist der kollegiale Zusammenhalt in Gewerkschaften größer als sämtliche Möglichkeiten der ArbeitgeberInnen, einen Keil zwischen die KollegInnen zu treiben.

Besonders erbärmlich ist es, wenn die ArbeitgeberInnen sämtliche Verantwortung für prekäre Arbeitsbedingungen vehement von sich weisen und Behauptungen im Raum stehen, man könne nichts an der derzeitigen Situation ändern. Doch, Herr Werner, das können Sie! Sie können für faire Arbeitsbedingungen in Ihrer Klinik sorgen. Für eine ausreichende PflegerInnenzahl auf den Stationen und für entschärfte Bedingungen. Sie sind dafür verantwortlich, dass einE NachtpflegerIn auf manchmal 30 PatientInnen kommt. Sie sind dafür verantwortlich, dass immer mehr Beschäftigte überlastet sind. Stehen Sie zu Ihrer Verantwortung! Sprechen Sie mit den Gewerkschaften, verleumden Sie sie nicht!

:Justinian L. Mantoan