RUB-Studentin setzt sich für Mülltrennung ein
NHF-Projekt zur Mülltrennung: Biotonne für Wohnheime
Bild: Material: NHF, Screenshot juma
Umweltbewusst: Das NHF will die Biomülltonne an die Wohnheime bringen. Bild: Material: NHF, Screenshot juma
Umweltbewusst: Das NHF will die Biomülltonne an die Wohnheime bringen.

Umweltschutz. In den Bochumer Wohnheimen gibt es keine Biomülltonnen. Ulrike Emonds vom Nachhaltigkeitsforum (NHF) stört das. Sie hat untersucht, wie Biotonnen bei Studis ankommen.

Allein in Bochum betreibt das Akademische Förderungswerk (Akafö) 18 Studierendenwohnheime, hinzu kommen je eins in Bocholt und Gelsenkirchen. Insgesamt wohnen bis zu 4.200 Menschen in den Wohnanlagen. Diese produzieren täglich Müll. RUB-Studentin Ulrike Emonds hat auch im Wohnheim gewohnt und sich gefragt, warum dort keine Biomülltonnen vorhanden sind. Gemeinsam mit anderen Aktiven des NHF entstand die Idee, das Potential der Mülltrennung in Studierendenwohnheimen zu untersuchen. Die Ergebnisse hat das NHF bereits veröffentlicht. „Unsere Umfrage hat gezeigt, dass es in den Wohnheimen zum einen wenig Wissen über das korrekte Trennen von Müll besteht und zum anderen Unklarheit herrscht um den Grund, warum Mülltrennung überhaupt ökologisch sinnvoll ist“, erklärt Emonds. Vor allem der Mythos, dass Mülltrennung nur symbolisch sei, da der gesamte Müll später gemeinsam entsorgt werden würde, halte sich hartnäckig: „Tatsächlich werden in manchen Städten in Deutschland der Restmüll und der gelbe Sack zusammen geschüttet, da dort Möglichkeiten des Recyclings und der getrennten Entsorgung nicht gegeben sind. Aus diesen Einzelfällen hat sich dann vermutlich der Mythos entwickelt, dass der gesamte getrennte Müll wieder zusammengeschüttet wird.“ Emonds kann sich vorstellen, warum dieses Gerücht bleibt: „Ich denke, das Gerücht hält sich sehr gut, da es einen selber von der Verantwortung, den Müll zu trennen, befreit.“ Doch trotzdem herrsche ein großes Interesse, mehr über die Möglichkeiten der Mülltrennung zu erfahren.
Gründe genug gibt es. Alleine in Deutschland produzierte jede*r Bürger*in im Jahr 2016 durchschnittlich 626 Kilogramm Abfall, zweithöchster Wert in Europa. Sieben Jahre vorher waren es noch 455 Kilogramm. Jedoch ist die Bundesrepublik im Recycling klarer Spitzenreiter: Die Quote lag 2016 bei 66 Prozent. Ein Trend, an den man beim NHF anknüpfen will, denn Ulrike Emonds ist sich sicher: „Dinge, die man wegwirft, besitzen Ressourcen, die richtig recycelt noch genutzt werden können – zum Beispiel zur Stromproduktion. Deshalb kann
Mülltrennung viel bewirken.“


Interesse besteht

Zwar haben die Verwalter*innen der Studierendenwohnheime gegenüber Emonds Bedenken bezüglich der Anschaffung von Biomülltonnnen geäußert, da bereits bei der gewöhnlichen Mülltrennung Probleme aufträten. Doch Jonathan Ludwig, Pressesprecher des Akafö, betont, dass man den Impuls für bessere Mülltrennung begrüße. Man wolle zeitnah Kontakt zu Ulrike Emonds und dem NHF aufnehmen. Für die Anregung durch Emonds sei man dankbar und man setze alles daran, das Feedback im Sinne des eigenen Nachhaltigkeitsverständnisses umzusetzen.
In Bochum nutzen laut Entsorgungsunternehmen USB nur ein Prozent der Bochumer*innen eine Biomülltonne, obwohl die Gebühren deutlich unter denen einer Restmülltonne liegen. Der in Bochum gesammelte Biomüll wird in der Biogasanlage Witten zu Humus und Biogas umgewandelt. Das Gas wird dem Erdgasnetz hinzugefügt und für die Wärmegewinnung der Region genutzt. Weitere Informationen sind beim Nachhaltigkeitsforum unter tinyurl.com/nhfbiotonne zu finden.        

:Justinian L. Mantoan