China und Russland vor neuen Aussichten – Ausrichtungen zur Krise
Neue und alte Perspektiven
Foto: flickr, Mark Turner (CC-BY-NC-SA-2)
Eine gefährliche Liaison: Die VR China und die Russische Föderation. Foto: flickr, Mark Turner (CC-BY-NC-SA-2)
Eine gefährliche Liaison: Die VR China und die Russische Föderation.

Russland und China unterzeichnen einen milliardenschweren Ressourcendeal und ver­schiedene Wirtschaftsab­kommen. Dadurch distanziert sich Russlands Wirtschaft vom Westen und bindet sich stärker an den chinesischen Markt. Welches Bild in der Welt die beiden Staaten nun haben werden, hängt nun vom Umgang mit der Ukraine und dem frisch gewähltem Präsidenten zusammen, der neue Perspektiven ermöglichen kann.

Russlands Präsident Wladimir Putin und Chinas Präsident Xi Jinping können stolz auf sich sein. Die Länder beider Politiker haben vergangene Woche einen 400 Milliarden Dollar schweren Gasvertrag unterschrieben. Der Vertrag sieht vor, dass Gazprom ab 2018 mindestens 38 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr an den chinesischen Energiekonzern CNPC liefern wird. Durch die kürzlich unterzeichneten 49 Wirtschaftsabkommen zwischen Russland und China verschaffte Putin seinem Land zusätzliche Souveränität. Unter den beschlossenen Absichten steht unter anderem, dass alle Geschäfte nun nicht mehr mittels des Dollar abgeschlossen werden, sondern durch Yuan oder den Rubel. Damit verliert der Dollar nach Eröffnung der Spimex (Russlands Rohstoffbörse) weiter an Wert und Einfluss, da auch hier schon mit Rubel gehandelt wird.

Das Bild Russlands in den Medien

Putin hat durch die Wirtschaftsabkommen und den Gasvertrag einen Sieg errungen. Sie tragen dazu bei, den Handel seines Landes zu stabilisieren. Zeitgleich beeinflussen diese Maßnahmen das Bild, welches er in den westlichen Medien hat, nicht, aber wohl das Chinas. Putin wurde zu Beginn der Ukraine-Krise dämonisiert, für viele Dinge mit verantwortlich gemacht und auch seine berechtigten Interessen wurden ausgeklammert. Im Schmierentheater der Medien soll sogar Prinz Charles einen Vergleich zwischen Putin und Hitler angestellt haben. Soweit nichts Neues, aber wie wird sich in Zukunft das Bild Chinas wandeln? Die chinesische Regierung hielt sich bis jetzt zurück und daher behandelten die Medien China hinsichtlich der Ukraine neutral. Durch die jetzige Situation könnte sich das jedoch ändern. Werden die Chinesen dann zum Opfer von Hassattacken Camillas werden? Die kommende Zeit und die Positionierung zur neuen ukrainischen Regierung werden dazu Anhaltspunkte geben.

Imagewechsel

Aktuell werden Russland und China sich zu den Veränderungen in der Ukraine äußern müssen. Am Sonntag den 26. Mai wurde der Schokoladenproduzent Poroschenko, der als Oligarch gilt, zum Präsidenten gewählt. Wie Russland und China sich nun äußern werden, bietet Stoff für Spekulationen. Aber die Einteilung in Gut und Böse wird für die Medien umso simpler, je deutlicher sich die Staaten an den westlichen Kurs anpassen – oder eben nicht. Unterdessen sind die Meinungen der UkrainerInnen zu ihrem neuen Präsidenten nicht einheitlich und befinden sich ebenfalls in der Entwicklung. Vertrauen aufzubauen, wird wohl eine der ersten Maßnahmen sein, die der neue Amtsträger meiner Überzeugung nach in Angriff nehmen muss. Poroschenko stellt für manche nämlich die alten Werte dar. So sieht es zum Beispiel Oliksej, der Auslandsstudent an der RUB ist: „Ich wollte nicht, dass der neue Präsident auch ein Oligarch ist. Das Ganze ist paradox, denn der Maidan war seit Beginn der Revolution gegen die Oligarchen, welche Janukowitsch unterstützten. Er wurde verbannt, nur um heute wieder einen neuen Oligarchen zu wählen.“