Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat
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Er war eine Art Anti-Olaf Scholz. Henry David Thoreau dachte nach – über Unterdrückung und Ungerechtigkeit, Staat und Individuum. Vor 200 Jahren, am 12. Juli 1817, wurde Thoreau – der zunächst als Lehrer arbeitete, aber dann kündigte, weil er sich der an Schulen üblichen Züchtigungen verweigerte – geboren. Und er ist aktueller denn je. So etwa auch sein Essay Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat (Diogenes Verlag), in dem Thoreau die Sklaverei, den Krieg oder die Eintreibung von Steuern (für Letzteres musste er selbst ins Gefängnis) offen ablehnt.  Die Gedanken, die er darin formuliert, prägten ganze Generationen, die sich einem „zivilen Ungehorsam“ verpflichtet fühlten. Mahatma Gandhi oder Martin Luther King wurden etwa von Thoreau inspiriert.  Und sein radikaler Aufruf zur totalen Verweigerung staatlichen Gehorsams bietet noch heute Sprengstoff: Ein Plädoyer für Rebellion und Emanzipation des Individuums. Traurig, aber wahr: Nach fast 200 Jahren immer noch aktuell.

:bent