Der Täubling
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Nein, es ist nicht der verkackte Donnie-Darko-Hase, der da musikalische Erzeugnisse aus den Untiefen seiner persönlichen Seins-Krise schöpfte. Seit dem 21. April finden Fans des deutschen Underground-Rap Der Täubling auch im kommerziellen Musikvertrieb. Auf seinem gleichnamigen Debütalbum kommen alte „Hits“ mit bisher unveröffentlichten Meisterwerken zusammen. Eröffnet wird dieses akustische Feuerwerk mit einer Fuge in Tä-Moll. Ab dann wird es düster. 

Der Täubling schreit, flüstert, stöhnt; er klagt an. Das Album ist dadaistischer Ausdruck tiefen Weltschmerzes. Diesen artikuliert die in Frack gekleidete Hasenfratze in Anfeindungen gegen den Menschen, die Gesellschaft, das Genre – alles. Gekennzeichnet durch Disharmonien und unkonventionellen Sound sind die Veräußerungen des Täublings anstößig witzig und bitterlich realistisch. Diese Kreuzung textlicher Raffinesse und musikalischer Provokation ist gerade wegen ihrer inneren Widersprüchlichkeit durchaus ernst zu nehmen. Wer schöne Musik hören will, soll sich ficken gehen, würde Der Täubling wohl sagen.      

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