BaföG macht das Studileben leichter… oder doch nicht?
Muss nur noch kurz BAföG beantragen…
Foto: juma
Für euch zuständig: Das BAföG-Amt an der RUB. Foto: juma
Für euch zuständig: Das BAföG-Amt an der RUB.

Glosse. Willkommen im Studi-Leben: Fette Partys, geile Feten, spannende Vorlesungen, Unmengen Alkohol und heiße Flirts – bezahlt wird die Super-Studi-Sause natürlich vom halb-geschenkten BAföG! Ich stell’ mal fix ’nen Antrag auf die Almosen …

Tag 1 

Liebes Tagebuch, 

Ich habe mich heute über Studienfinanzierung informiert. Fett! Richtig fett! BAföG ist eine tolle Erfindung! Der Staat sponsert meine Bildung mit 50-prozentigem Darlehen, der Rest ist geschenkt. Und ich muss nur ’nen ollen Zettel ausfüllen! Das wird schon klappen, den Antrag krieg’ ich locker. Ich bin ja schließlich nicht Justus Aurelius. Gleich morgen stell‘ ich den Antrag, damit das schnell über die Bühne geht.

Tag 2

Liebes Tagebuch, 

ich habe mir heute die Uni angeschaut. Unfreiwillig zwar, aber ich bin viel rumgekommen. Das BAföG-Amt war sehr versteckt. Erst war ich im falschen Gebäude, dann hab’ ich mich fürchterlich verirrt. Na ja, letztendlich bin ich angekommen. Praktischerweise liegen die BAföG-Anträge auf dem Flur in einem Aufsteller.

Tag 2 (später)

Der Antrag, den ich mitgenommen habe, ist der falsche. Auf dem hier steht „Aktualisierungsantrag“. Ärgerlich, aber halb so schlimm. Ich hol’ morgen einfach den richtigen, ich weiß ja jetzt, wo ich hin muss.

Tag 3

Liebes Tagebuch,

hab das BAföG-Amt auf den zweiten Anhieb gefunden und den Antrag ausgefüllt. Etwas sperrig formuliert das Ding. Gleich such’ ich noch die Unterlagen meiner Eltern zusammen und morgen werf’ ich den Mist in den BAföG-Briefkasten. Hoffentlich bearbeiten die den fix, damit ich bald Geld für die ganzen Semesterstartpartys hab!

Tag 15

Ich hab noch nichts vom BAföG-Amt bekommen … Ob der Antrag wohl angekommen ist? Vielleicht ruf ich morgen mal an.

Tag 16

Ich hatte Post vom BAföG-Amt. Anscheinend waren meine Angaben nicht ausreichend. Sie schreiben, sie bräuchten Verdienstnachweise meiner Eltern von vor zwei Jahren. Ich war mir sicher, dass ich die beigefügt habe. Scheinen wohl untergegangen zu sein. Bring’ ich morgen hin.

Tag 18

Die BAföG-Tante hat angerufen. Sie bräuchten Verdienstnachweise meiner Eltern. Und ich müsse noch das Einkommen meines Bruders angeben. Mein Bruder ist sieben. Welchen Beitrag sollte ein siebenjähriger zum Haushaltseinkommen haben? Egal. Morgen scanne ich die Zettel meiner Eltern nochmal und mail’ denen die. Vielleicht kommen die ja dann endlich aus dem Pudding.

Tag 20

Diese Bürokratie! Formblatt 5 fehlte angeblich. Ich fühl’ mich wie bei Asterix in dem Haus, das Verrückte macht. Die Dame am Telefon sagte, das sei ein grüner Zettel. Ich hätte schwören können, dass ich zwei grüne Zettel ausgefüllt hab. Bring’ ich dann morgen hin … Vielleicht kann Mama mir was vorstrecken. Wenn nicht für die Ersti-Party, dann doch wenigstens für Miete …

Tag 28

ICH GLAUB’ ES HACKT BEI DENEN! Welchen Teil der Verdienstabrechnung verstehen die denn bitte nicht? 

Tag 30

Meine Bearbeitungsfrist wurde verlängert.

Tag 32

Mein Antrag wurde abgelehnt, weil ich angeblich irgendwelche Zettel nicht eingereicht hab’. Ich glaub’ es hackt. Geh’ da morgen nochmal hin und klär’ das endlich. 

Tag 72

Schon wieder Post. Mein Förderungsanspruch wurde berechnet. 76,81 Euro stehen mir zu.  Sie haben nur drei Monate des laufenden Semesters gebraucht für diese Berechnung. Was soll’s. Nur noch zwei Mal BAföG-Antrag, dann ist Bachelor-Arbeit.

:Kendra Smielowski