Kommt die Digitalisierung der Lehranstalten?
Moderne Schulen gefordert
Alter Hut: Tafeln und Co sollen in NRW ausgedient haben, digitale Bildung wird in NRW gefördert.
Alter Hut: Tafeln und Co sollen in NRW ausgedient haben, digitale Bildung wird in NRW gefördert.
Alter Hut: Tafeln und Co sollen in NRW ausgedient haben, digitale Bildung wird in NRW gefördert.

Wissenschaft. Der DGB und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordern ein Konzept zur Digitalisierung an Schulen.

Nordrhein-Westfalens Schulen sollen digitaler werden, daher präsentierte Yvonne Gebauer (FDP) jüngst die „Digitaloffensive Schule NRW“. Der Plan sieht vor, Kinder und Jugendliche „fit für die digitale Welt“ machen zu wollen. Zu diesem Zweck sollen einerseits Lehrkräfte grundlegend digital qualifiziert werden und andererseits die digitale Infrastruktur der Schulen verbessert werden. Dorothea Schäfer,
Vorsitzende der GEW NRW kritisiert die fehlenden Datenschutzbestimmungen und gibt zu bedenken: „Wenn Schulministerin Gebauer die Digitaloffensive an den Schulen für drei Handlungsfelder, nämlich Vermittlung von Medienkompetenz, Qualifizierung der Lehrkräfte und die Ausstattung der Schulen, ausmacht, fügen wir ein weiteres, notwendiges Feld hinzu: der sichere Umgang mit Daten muss gewährleistet sein.“ Schäfer mahnt, dass Digitalisierung an Schulen nicht dem Selbstzweck dienen sollte: „Sie ist dann gut, wenn sie den Unterricht besser macht und das Arbeiten erleichtert. Darum muss es gehen.“


Keine BYOD-Party

Die GEW fordert, dass Lehrerinnen und Lehrer mit digitalen Endgeräten ausgestattet werden müssen, wie es bei anderen Landesbeschäftigten bereits der Fall sei. Das „Bring Your Own Device“-Prinzip, das in vielen Schulen Nordrhein-Westfalens praktiziert werde, könne nicht so fortgeführt werden. Dieser Meinung schließt sich auch die Landesdatenschutzbeauftragte Helga Block an. Die stellvertretende NRW-Landesvorsitzende Maike Finnern gibt zu bedenken: „Wir brauchen, um vernünftig und unabhängig von Wohnort und Schulträger zu arbeiten, Dienst-PCs oder Laptops und IT-Spezialisten, die die Geräte regelmäßig warten.“ Darüber hinaus betont Finnern, dass Lehrkräfte regelmäßig im Umgang mit der digitalen Infrastruktur geschult und fortgebildet werden. Die GEW rief ihre Mitglieder bereits dazu auf, bei der Landesregierung einen Dienst-Laptop zu beantragen.
Desweiteren betont DGB-Vorsitzende Anja Weber, dass die Digitalisierung Gleichberechtigung fördern müsse: „Digitale Bildung muss einen Beitrag leisten, um die Gerechtigkeitslücke im Bildungssystem zu schließen, insbesondere dann, wenn es um den Zusammenhang von sozialer Herkunft und Bildungserfolg geht.“             

:Justinian L. Mantoan